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NFL Playoffs: Hot Takes zur Divisional Round - Bills gewinnen zu Null, Niners-Star bricht uralten NFL-Rekord
- Veröffentlicht: 14.01.2026
- 20:31 Uhr
- Julian Erbs
Die Saisonphase wird immer heißer: Nur noch acht Teams sind noch im Rennen um die Super-Bowl-Trophäe. ran blickt in die Glaskugel.
Von Julian Erbs
Die Wild Card Round ist gespielt, die Karten werden in der Divisional Round neu gemischt. Acht Teams sind noch übrig, doch mit jedem Schritt Richtung Super Bowl wird der Weg unberechenbarer.
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Die Playoffs haben einmal mehr gezeigt, dass vergangene Leistungen kaum noch zählen und jede Partie ihre eigene Dynamik entwickeln kann. Das wird auch in der nun anstehenden Divisional Round so sein.
ran blickt auf die Divisional Round und liefert zu jedem Spiel einen Hot Take.
Buffalo Bills @ Denver Broncos: Bills gewinnen zu Null
Während sich die Buffalo Bills mit großer Mühe gegen die Jacksonville Jaguars durchsetzen konnten, kommen die Denver Broncos tiefenentspannt aus der Bye Week und konnten sich in aller Ruhe auf die Divisional Round vorbereiten. Josh Allen lieferte gegen die "Jags" eine Masterclass ab: 28 von 35 Pässen brachte er für 273 Yards an den Mann, ohne Turnover, dazu kamen ein Passing Touchdown und 33 Rushing Yards samt zweier Rushing Touchdowns.
Er entschied die Partie praktisch im Alleingang.
Josh Allen ist in dieser Saison heiß darauf, mit den Bills endlich den großen Wurf zu landen und den Super Bowl nach Buffalo zu holen. Die Vorzeichen wirken ideal: Kein Lamar Jackson, kein Patrick Mahomes, kein Joe Burrow. Genau das bekommen die Denver Broncos um Bo Nix zu spüren.
Die Bills treten gnadenlos auf. Selbst wenn die Wide-Receiver-Position ausgedünnt ist, spielt Allen wie eine Maschine, sowohl über das Laufspiel als auch über das Passspiel. Mit seinem Auftreten verunsichert er den Playoff unerfahrenen Nix derart, dass die Broncos nicht einmal ein Field Goal aufs Board bringen. Auch Bills-Running-Back James Cook überzeugt mit seinem Laufspiel und sorgt dafür, dass sich die Drives der Bills gefühlt ewig ziehen. Nach dem Ende des Spiels, das die Bills zu Null gewinnen, hagelt es Pfiffe im Empower Field at Mile High.
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San Francisco 49ers @ Seattle Seahawks: Jauan Jennings bricht 27 Jahre alten NFL-Rekord
Ähnlich wie die Bills setzten sich auch die San Francisco 49ers in einem denkbar knappen Duell durch. Gegen die Philadelphia Eagles gewann San Francisco mit 23:19. Es war kein souveräner Auftritt, sondern ein Sieg über den Kampf.
Währenddessen hatten die Seattle Seahawks, ähnlich wie die Broncos, durch die Bye Week Zeit, sich auszuruhen und sich gezielt auf dieses Spiel vorzubereiten. Brock Purdy konnte gegen die Eagles nicht restlos überzeugen: 18 von 31 Pässen für 262 Yards, zwei Touchdowns und zwei Interceptions, dazu neun Runs für 24 Yards. Unterm Strich ein ordentliches Spiel, aber mit klaren Schwächen.
Running Back Christian McCaffrey lieferte erneut stark ab und erzielte zwei Touchdowns. Trotzdem stehen die 49ers jetzt vor einem Problem: Red-Zone-X-Faktor George Kittle hat sich die Achillessehne gerissen und wird den Rest der Saison fehlen. Genau diese Verletzung wird dafür sorgen, dass jemand anderes über sich hinauswächst.
Und dieser Jemand heißt Jauan Jennings. Gegen die Philadelphia Eagles fing er zwar nur einen Pass, stand aber dennoch im Fokus, weil er zusätzlich einen Passing Touchdown beisteuerte. Der NFL-Rekord für die meisten Receiving Yards in einem Playoff-Spiel wurde von Eric Moulds am 2. Januar 1999 mit 240 Yards aufgestellt, als er für die Buffalo Bills die Secondary der Miami Dolphins auseinander nahm. Genau das wird Jennings gegen die Cornerbacks der Seattle Seahawks tun und den Rekord pulverisieren.
Los Angeles Rams @ Chicago Bears: Historisches Offensivspektakel
Beide Teams mussten in der Wild Card Round bis an die Grenzen gehen. Die Los Angeles Rams taten sich gegen die Carolina Panthers lange schwer, ehe Quarterback Matthew Stafford die Partie mit einem Touchdown in den letzten zwei Minuten zugunsten von L.A. drehte.
Bei den Chicago Bears wurde es sogar noch dramatischer: Chicago machte im vierten Viertel einen 18-Punkte-Rückstand gegen die Green Bay Packers wett, profitierte dabei aber auch von einer katastrophalen Leistung von Packers-Kicker Brandon McManus, der gleich drei Kicks vergab. So lösten die Bears dennoch das Ticket für die nächste Runde.
Caleb Williams und Matthew Stafford liefern sich ein vollkommen entgrenztes Passing-Duell, orchestriert von zwei Head Coaches, die sich sichtbar gegenseitig in Sachen Eskalation überbieten wollen: Ben Johnson und Sean McVay. Beide Quarterbacks werfen jeweils mehr als 50 Pässe, das Spiel endet mit zusammen über 900 Passing Yards. Das Laufspiel wird nahezu komplett aus dem Gameplan gestrichen. Kein Team erreicht 100 Rushing Yards, im vierten Quarter wird kein einziger designter Lauf gecallt. Jeder Drive ist ein Two Minute Drill, jedes Play ein Risiko.
Fourth Downs werden konsequent ausgespielt. Mit jedem Drive steigt das Tempo, bis Struktur und Balance vollständig verschwinden. Am Ende entscheidet ein letzter Hail-Mary-Versuch. Ein Spiel, das weniger nach klassischem NFL-Football aussieht als nach einem offenen Schlagabtausch zweier offensiver Masterminds, die sich gegenseitig in Eskalation treiben.
Houston Texans @ New England Patriots: Drake Maye erlebt sein blaues Wunder
Die New England Patriots setzten sich gegen die Los Angeles Chargers in einer echten Defensivschlacht durch. Drake Maye spielte insgesamt solide, leistete sich mit einer Interception und zwei Fumbles aber auch mehrere Ballverluste und damit sicher nicht sein bestes Spiel. Den Ausschlag gaben vielmehr die Defensive Playmaker, allen voran Defensive Tackle Milton Williams, der mit drei Tackles, zwei Sacks, zwei Tackles for Loss und fünf Quarterback Pressures dominierte.
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Auch die Houston Texans kamen weiter und das deutlich. Gegen völlig überforderte Pittsburgh Steelers gewann Houston mit 30:6, ein Spiel, das auch als möglicher Schlusspunkt für Aaron Rodgers' Karriere gelesen werden kann. C.J. Stroud lieferte dabei erneut keine Vorstellung, die ihn aus der Kritik zieht, er lasse sich von seiner Defense tragen. Seine Zahlen, 21 von 32 für 250 Yards, ein Touchdown und eine Interception, wirken ordentlich, werden aber von sage und schreibe fünf Fumbles überlagert. Damit ist Stroud der erste Quarterback der NFL-Geschichte, der fünf oder mehr Fumbles in einem Playoffspiel hatte und trotzdem gewann.
Viele Experten rechnen damit, dass C. J. Stroud erneut ein eher durchschnittliches Spiel abliefern wird, und genau das wird auch eintreten. Für einen deutlichen und entsprechend überraschenden Sieg der Houston Texans reicht es dennoch.
Die Texans-Defensive zeigt eindrucksvoll, warum sie als eine der besten Einheiten der Ligageschichte gilt. Sie erzielt sage und schreibe drei Defensive Touchdowns und lässt Drake Maye keine Chance. Die zuvor so hochgelobten New England Patriots werden von den mit 0–3 gestarteten Texans in hohem Bogen aus den Playoffs geworfen. Maye kann zu keinem Zeitpunkt Akzente setzen.
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