Super Bowl LX
Super Bowl 2026 Halftime-Show: Die NFL hält an Bad Bunny fest und macht damit alles richtig - ein Kommentar
- Aktualisiert: 05.02.2026
- 11:50 Uhr
- Jan Horstkötter
Die NFL bekommt aktuell aus den USA viel Gegenwind für die Ernennung von Bad Bunny als Super-Bowl-Halftime-Act. Dabei spiegelt die Entscheidung genau das wider, wofür die NFL steht. Ein Kommentar.
Von Jan Horstkötter und Kai Esser
Die einen haben noch nie von ihm gehört, wie Präsident Donald Trump, aber finden die Entscheidung furchtbar.
Andere, wie Mike Johnson, Sprecher des Repräsentantenhauses der USA, sprechen ihm die Vorbildfunktion für junge Menschen ab. Auch wenn Johnson zunächst ebenfalls nicht wusste, wer Bad Bunny eigentlich ist.
Und dann gibt es wieder andere, die Bad Bunny nur zu gut kennen. Denn der aus Puerto Rico stammende Rapper, mit bürgerlichem Namen Benito Antonio Martínez Ocasio, ist einer der drei meistgestreamten Artists der Welt.
Gemeinsam mit Drake und Taylor Swift ist er der Einzige, der die Schallmauer von 100 Milliarden (!) Spotify-Streams bereits durchbrochen hat.
Und steht dabei für exakt das, was die NFL seit einigen Jahren ausmacht.
Super Bowl: NFL ist längst eine internationale Liga
Die Liga strebt danach, eine globale – nicht mehr nur nationale – Liga zu werden. Spiele finden längst nicht mehr nur in den USA statt. Die Liga breitet sich immer mehr aus: Mexiko, Brasilien, Deutschland, Irland, England, Spanien und kommendes Jahr findet sogar eine Partie in Australien statt.
Vier Kontinente deckt die Liga bereits ab. Asien soll folgen. Ein Spiel in Afrika ist sicher auch nur noch eine Frage der Zeit.
Vor dem London-Spiel wurde NFL-Commissioner Roger Goodell im NFL Network noch gefragt, ob in naher Zukunft in jeder NFL-Woche ein internationales Spiel zu sehen sein wird. Seine Antwort: "Wir streben 16 internationale Spiele jedes Jahr an, wir denken, dass wir das schaffen können."
Internationalisierung. Globalisierung. Das gilt nicht nur für die Spiele, längst auch für die gesamte Marke. Die der Liga, die der Franchises. Spieler aus vielen Ländern. Förderprogramme. Weltweit.
Und exakt so denkt die Liga nun auch bei der Super-Bowl-Halftime-Show.
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Es zeigt jedoch nur offensichtlich das tiefliegende Problem, das in den USA aktuell herrscht. Wer ein "echter" Amerikaner ist, wollen Menschen mit veraltetem Weltbild bestimmen. Anhand von Äußerlichkeiten.
Die NFL macht da nicht mit und lässt sich von der Trump-Administration vor keinen propagandistischen Karren spannen. Ausgerechnet im Jahr der politisch bedeutsamen Midterms.
Man kann von der Liga halten, was man will. Aber sie vertritt mit der Entscheidung für Bad Bunny weiter ihre klar definierten internationalen Werte und steht dafür ein. Und das nun eben auch auf der vielleicht größten Bühne der Welt.