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NBA Finals 2024: Cheat-Code der Boston Celtics ist zurück - Erkenntnisse nach Spiel 1

  • Aktualisiert: 09.06.2024
  • 14:38 Uhr
  • Ole Frerks
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In Spiel 1 der NBA Finals setzen sich die Boston Celtics deutlich gegen die Dallas Mavericks durch. Dabei zeigte sich, dass ein Cheat-Code des Teams zurück ist.

von Ole Frerks

Die Boston Celtics haben Spiel 1 der NBA Finals in überzeugender Manier gewonnen (107:89) – trotz eines Wacklers im dritten Viertel.

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Wie die Celtics es schafften, die Dallas Mavericks aus deren offensiver Komfortzone zu nehmen – und wie die lang ersehnte Rückkehr eines Ex-Mavs dazu beitrug.

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1. Der Cheat-Code ist zurück

Es war eine der großen Fragen vor dieser Serie: Wie würde Kristaps Porzingis nach mehr als einem Monat Pause und einer überstandenen Wadenverletzung aussehen? Celtics-Coach Joe Mazzulla spannte die Zuschauer auf die Folter, indem er Porzingis – erstmals in dieser Saison und erst zum zweiten Mal in seiner Karriere – von der Bank brachte. Aber dann ging es schnell.

Nach knapp fünf Minuten wurde Porzingis unter lautem Applaus erstmals eingewechselt, gleichzeitig wie Mavs-Center Dereck Lively II, dessen Minuten die Mavs in den Playoffs bisher fast immer gewonnen haben. Über die nächsten sieben Minuten bis zum Ende des Viertels übernahm jedoch Porzingis das Spiel: Er zog Freiwürfe nach dem Switch gegen Luka Doncic, traf seinen ersten Jumper. Zu enge Defense von Lively bestrafte er per Drive und Dunk.

Das Wichtigste in Kürze

Zwei weitere Jumper folgten, einer weit hinter der Dreierlinie. Über sieben Minuten verzeichnete KP elf Punkte, Boston legte dabei einen 25:9-Run hin. Das Ende besorgte wiederum Porzingis, als er Josh Green bei dem Versuch eines Transition-Dunks abräumte, seine bereits dritte Rejection des Viertels. Es war das vielleicht beste Viertel seiner Karriere, aber sicherlich das bedeutungsvollste.

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Er geriet über die letzten Wochen teilweise in Vergessenheit, zumal Boston auch ohne ihn durch die Conference pflügte, aber der Lette ist so etwas wie der Cheat-Code der Celtics: Einer der besten großen Floor-Spacer der Liga, der gleichzeitig zu den besten Ringbeschützern der Liga gehört.

Kristaps Porzingis: Offensiv wie defensiv ein Unterschiedsspieler

Mit ihm im Celtics-Lineup gibt es keinen Spieler, von dem ein gegnerischer Defender aushelfen kann, wie Dallas das eigentlich gerne tut. Er zieht an der Dreierlinie mehr Respekt als Al Horford, bringt mehr Dynamik beim Drive mit. Er bringt zudem Sicherheit gegen die Tendenz der Celtics, sich offensiv einlullen zu lassen – im Zweifel kann man ihm spät in der Possession immer den Ball geben und er wirft über seinen Gegenspieler drüber. Gerade dann, wenn ihm der Gegner wie Dallas in Halbzeit eins jeden Switch gibt, auch mit Green oder Jaden Hardy.

KP verändert auch die defensiven Optionen seines Teams. Bostons Playoff-Defense war unterm Strich sehr gut, hatte am Ring jedoch eine klare Schwäche, weil eben der beste Shotblocker des Teams fehlte.

In Spiel 1 war Porzingis der einzige Spieler, der in der Regel nicht switchte, sondern absank und den gegnerischen Ballhandler gewissermaßen zum Drive einlud, um dessen Versuch dann am Korb wegzuwischen. Seine Präsenz war gut spürbar, Dallas bekam überhaupt keine Lobs und generell fast nichts einfaches in Korbnähe (23/47 bei Abschlüssen in der Zone).

Porzingis spielte insgesamt nur 21 Minuten (20 Punkte, 8/13 FG, 6 Rebounds, 3 Blocks), weil das Spiel im letzten Viertel deutlich war. Es wird sich noch zeigen, wie belastbar er wirklich ist, wenn Spiele über 48 Minuten eng sind, aber das ist ja das Gute an der Team-Konstruktion der Celtics: Sie sind auch ohne ihn richtig gut. Mit ihm wirken sie an manchen Tagen fast unschlagbar.

"Heute war eine Bestätigung für mich, dass ich ziemlich gut bin", sagte Porzingis. "Ich bin nicht perfekt, aber ich kann wie heute spielen und meinem Team einiges geben. Das Adrenalin ist durch meine Venen gepumpt."

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2. Celtics-Plan gegen Doncic und Irving geht voll auf

Die Rückkehr von Porzingis und die Team-Konstruktion der Celtics führten auch zu der folgenden Tatsache: Erstmals in diesen Playoffs gab es für Dallas wenig Möglichkeiten, seine gewünschte Defense zu spielen, also: Die Center von einem nicht so guten Shooter aushelfen zu lassen, um die Zone zu beschützen, und die Star-Guards bei schwächeren Offensivspielern zu "verstecken".

Nicht, dass Kyrie Irving oder Doncic in den Playoffs bisher keine Defense spielen mussten – das mussten sie, und oft taten sie es auch gut. Aber noch nie wurden sie über die gesamte Spielzeit so viel getestet, so oft direkt in die Aktion gezogen, von guten Offensivspielern. Gerade Doncic hatte nahezu keine "freie" Possession, in der er nicht in irgendeiner Form arbeiten musste.

Er schlug sich dabei teilweise nicht schlecht – als Post-Defender generierte Doncic ein paar Stops, holte unter anderem zwei Steals und nahm ein weiteres Offensivfoul an. Dafür waren seine Closeouts gegen die Shooter überwiegend nicht energisch genug, und es gab zu viele Blow-Bys, nach denen Doncic auch längst nicht immer korrekt weiter rotierte. So wurde die Mavs-Defense zum Kollabieren gebracht.

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Es war abgesehen von den nicht so guten Possessions auch ein Abnutzungseffekt zu sehen. Nach dem Run, den die Mavs Anfang des dritten Viertels hinlegten, und der entsprechenden Antwort der Celtics war die Luft raus bei den Gästen.

Doncic war nicht wie zum Teil in vorigen Serien in der Lage, Energie zu konservieren, eben weil ihm die Celtics keine Pause geben wollten. Was sich auch auf das andere Ende des Feldes bezog.

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3. Mavericks mit wenigsten Assists der Saison

Allein in den ersten paar Minuten des Spiels sah Doncic mehrere verschiedene Gegenspieler und Coverages, teilweise Ganzfeldpresse. Ein Grundprinzip blieb mit wenigen Ausnahmen aber das ganze Spiel über bestehen: Boston schickte kaum Hilfe, vertraute seinen Verteidigern in der Regel, es individuell mit dem Slowenen aufzunehmen.

Das änderte sich auch nicht, wenn sich Doncic per Switch gezielt seine Verteidiger raussuchte. Im ersten Viertel etwa bat er zweimal Sam Hauser zum Tanz, der ihn alleine verteidigen musste – und tatsächlich beide Possessions "gewann" (ein Turnover, ein verfehlter Stepback-Dreier). So gut klappte das aus Celtics-Sicht natürlich nicht immer, mit 30 Punkten wurde Doncic standesgemäß zum Topscorer der Partie.

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Damit konnten die Celtics aber leben. Denn: Doncic hatte nur einen Assist, so wenige wie noch nie in seiner Playoff-Karriere. Die Mavs hatten als Team neun Assists, die wenigsten in dieser Saison (Boston matchte diese Anzahl mit Blocks). Die Mavs hatten ein Offensiv-Rating von 96,7 –Tiefstwert in dieser Postseason. Boston nahm ihnen gleich mehrere Säulen ihrer Offensive.

"Was unser Team wirklich besonders macht, ist, dass wir keine Jungs haben, die wir defensiv verstecken", erklärte Jayson Tatum. "Wir müssen unsere Defense nicht kompromittieren, um einzelnen Spielern zu helfen." "Sogar unsere weißen Jungs spielen Defense", fügte Jrue Holiday hinzu.

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Dallas Mavericks: Die Taktik muss angepasst werden

Durch das fehlende Aushelfen ergaben sich nicht die Lücken, die Dallas für gewöhnlich so gern und effektiv ausnutzt. Die Rim-Running Bigs waren kein Faktor, nicht ein Lob wurde in dieser Partie von Daniel Gafford oder Lively im Korb untergebracht. Nur einen Eckendreier nahm Dallas, dabei war in den Playoffs bisher kein Team besser darin, diese Abschlüsse zu finden.

Generell bekamen die Mavs für ihre Verhältnisse kaum Dreier hoch. Boston und Dallas sind die dreierwütigsten Teams dieser Postseason, das war in diesem Spiel aber nur auf einer Seite zu sehen (Boston traf 16/42, Dallas 7/27). Mavs-Spieler, die nicht Doncic hießen, trafen nur drei – und nahmen nur 15. Das ist nicht genug gegen die Dreiermaschine Boston.

Boston schaffte es weitestgehend, Doncic und auch Irving auf einer Insel spielen zu lassen. Die beiden Stars können das – siehe der Beginn des dritten Viertels – aber es ist schwer, damit über 48 Minuten genug Punkte zu machen gegen ein Team, das viele starke Individualverteidiger hat und auf der Gegenseite selbst sehr gute Offense generieren kann.

Dallas muss einen Weg finden, die anderen mitzunehmen, mehr Platz zu schaffen und mehr Rotationen bei den Celtics zu erzwingen. Jason Kidd versuchte das unter anderem mit mehr Minuten für Maxi Kleber (Gafford spielte nur 14), der für Spacing sorgen sollte, der Deutsche verzichtete allerdings auch auf die wenigen sauberen Looks, die er hätte haben können.

Es wird spannend zu sehen sein, wie Dallas diese variable Celtics-Defense im nächsten Spiel versuchen wird zu attackieren. Ob sie es schaffen, insbesondere Porzingis auch mal vom Korb wegzuziehen und mehr in Space arbeiten zu lassen. "Wir müssen den Ball mehr bewegen. Er ist zu oft festgeklebt", ärgerte sich Kidd.

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4. Der Game-Ball geht an …

Boston gewann das Spiel mit einer absoluten Team-Performance – sechs Spieler scorten zweistellig, sieben Spieler trafen wenigstens zwei Dreier (ein Finals-Rekord), kein Akteur hatte mehr als 22 Punkte. Jeder Spieler der Top 6 beeinflusste das Spiel an beiden Enden des Courts, was Boston in der Form vermutlich von derzeit allen anderen NBA-Teams abhebt.

Tatum wurde dabei ähnlich verteidigt wie Anthony Edwards eine Runde zuvor (und Shai Gilgeous-Alexander eine Runde davor) – Dallas versuchte, den Ball aus seinen Händen zu forcieren, ihn zu schnellen Entscheidungen zu zwingen, ihm keinen Platz für Drives zu lassen. Tatum leistete sich gegen diese Defense sechs teilweise sehr überflüssige Turnover, ging aber sonst gut mit dem Druck um – er erzwang wenig, gab den Ball bereitwillig ab, er wusste ja auch, dass seine Mitspieler viel mit diesen Vorteilen anfangen konnten.

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Einer davon war Jaylen Brown, der ein überragendes Spiel hinlegte. Oft der primäre Verteidiger von Doncic, musste der Eastern Conference Finals-MVP enorm viel ackern, ließ sich jedoch keine Müdigkeit anmerken. Zweimal klaute er Doncic den Ball schon beim Ballvortrag, andere Male forcierte er schwierige Abschlüsse.

In der Offense attackierte er kontrolliert, setzte Doncic bei jeder Gelegenheit unter Druck und hatte unter anderem einen massiven Slam über Irving und Gafford.

Game 1: Jaylen Brown ist bester Celtics-Spieler

Brown war außerdem zur Stelle, als es brenzlig wurde. Nach einer fast perfekten ersten Halbzeit verlor Boston Anfang des dritten Viertels kurz den Faden, ließ Dallas wieder bis auf acht Punkte herankommen, der TD Garden wurde auf einmal richtig still. Nach einer Auszeit von Mazzulla gingen Tatum und vor allem Brown wieder zum Angriff über.

JB hängte Lively sein viertes und fünftes Foul an. Tatum fand nach Offensiv-Rebound den cuttenden Porzingis, traf wenig später einen Dreier. Brown fand Horford für einen Dreier, spielte dreimal nacheinander überragende Help-Defense und blockte drei Würfe im Viertel, kurz vor Viertelende traf er selbst einen Pullup-Dreier, der wieder auf 22 Punkte Vorsprung stellte, Handkuss für das Publikum inklusive. Die mögliche Krise wurde im Keim erstickt.

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Es war die erwachsene Art von Reaktion, die Boston in vergangenen Playoff-Runs zum Teil vermissen ließ. "Wir haben gesagt: Einfach ein- und ausatmen", sagte Brown über die Auszeit vor dem 14:0-Run, der das Spiel (wieder) entschied. "Jetzt fängt das Spiel an. Das ist ein Moment, in dem sich unsere Erfahrung zeigen kann. Einfach atmen, einfach weiter Basketball spielen."

Brown selbst ging dabei mit bestem Beispiel voran, zeigte eine offensiv wie defensiv unheimlich komplette, unheimlich reife Leistung. Die Celtics brauchen nun noch drei weitere davon.

"Vor zwei Jahren haben wir auch das erste Spiel gewonnen, aber wir kennen den Ausgang dieser Serie", sagte Tatum. "Wir haben immer noch viel Arbeit vor uns."

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