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MLB-Star kassiert ab

MLB: Shohei Ohtanis kurioser Monstervertrag könnte Sport-Welt beeinflussen

  • Veröffentlicht: 13.12.2023
  • 17:41 Uhr
  • Mike Stiefelhagen
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Shohei Ohtani gehört zu den besten Baseball-Spielern der Welt. Und wird dafür nahezu utopisch bezahlt. Doch eine Bedingung im Vertrag könnte zukünftige Deals im Sport massiv beeinflussen.

von Mike Stiefelhagen

Neben der NFL, NHL und NBA ist die MLB die beliebteste Sportliga Amerikas. Baseballer verdienen fürstlich, solange sie zu den Top-Spielern gehören.

Der Japaner Shohei Ohtani, der als Pitcher und Hitter zu den stärksten Spielern gehört, fällt als dreimaliger All-Star zweifellos in diese Kategorie. Der MVP wechselt nun von den Los Angeles Angels zum Stadtrivalen, den Los Angeles Dodgers, und hat dabei den höchstdotierten Vertrag der Historie unterschrieben.

So weit, so gut. Doch neben der Unsumme gibt es im Kontrakt einen besonderen Kniff, der künftige Verträge massiv beeinflussen könnte und im Netz für Kritik sorgt.

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Das Wichtigste aus den USA

Baseball: 700 Millionen US-Dollar für einen Spieler

Zunächst wurde bekannt, dass Ohtani bei den Dodgers einen Vertrag über 700 Millionen US-Dollar unterschrieben hat. Mit einer Laufzeit von zehn Jahren.

Das klingt schon extrem. Denn im Jahr 2019 hatte Mike Trout einen Zwölfjahresvertrag mit der bisherigen absoluten Rekordsumme von 426,5 Millionen Dollar unterschrieben. Dieser Monster-Vertrag wurde nun mit Leichtigkeit übertroffen. Doch damit nicht genug.

Denn laut mehreren amerkanischen Medien wie "mlb.com" oder "Fox Sports" bot Ohtani den Dogers eine kuriose Klausel in dem Deal an.

Und zwar soll er in den kommenden zehn Jahren pro Jahr "nur" zwei Millionen verdienen. Also 20 Millionen insgesamt. Die restlichen 680 (!) Millionen soll er dann zwischen 2034 und 2043 bekommen. Also im Schnitt 68 Millionen pro Jahr. Damit die Dodgers jetzt, zu seiner MVP-Zeit, genügend Cap Space haben, um weitere Stars bezahlen zu können.

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Ohtani-Vertrag könnte auch andere Ligen beeinflussen

In den amerikanischen Sportligen gilt für die Teams ein sogenannter Cap Space, sie dürfen jährlich nur eine gewisse Summe für Gehälter ausgeben. Mit dieser Klausel würde Ohtani langfristig sein Geld bekommen und kurzfristig könnten die Dodgers neben ihrem Superstar weitere starke Spieler unter Vertrag nehmen.

Ohtani ist 29 Jahre alt. Was bedeutet, dass er "nur" 20 Millionen verdienen würde, bis er 39 ist. 

So seltsam das in der Höhe klingt, wäre es für sein sportliches Level ein unfassbares Schnäppchen. Im Alter von 40 und knapp 50 würde er dann richtig abkassieren. Wahrscheinlich schon als Baseball-Rentner.

Es gibt keine Regel, die dieses Vorgehen verbietet.

Sollte Ohtanis Vertrag nicht angefochten werden, könnte dieses Konstrukt auch in der NFL, NHL oder NBA angewandt werden.

Was über kurz oder lang für ziemliches Chaos sorgen könnte, da die Übersicht verloren gehen könnte, wer wann wie viel verdient. Im Netz tummeln sich viele negative Kommentare, die darin eine Wettbewerbsverzerrung sehen.

Ungeachtet von dem Fakt, dass die Dodgers eine Menge Geld für einen späteren Rentner zahlen müssen.

Ohtani aber nicht der erste Fall

Auch wenn denn der Ohtani-Deal in neue Sphären stößt und neue Verhandlungen in diversen Sportarten inspirieren könnte, gab es ähnliche Deals - im kleineren Rahmen - schon Mal.

Bobby Bonilla unterschrieb 1991 bei den New York Mets einen Fünfjahresvertrag über knapp 29 Millionen US-Dollar. Damals der wertvollste Vertrag der Geschichte. Mit einem Jahr Restvertrag über 5,9 Millionen entließen ihn die Mets. Statt ihn auszuzahlen, haben sie ihm angeboten auf die Zahlung bis 2011 zu warten. Dafür bekam Bonilla einen dicken Zinssatz auf die 5,9 Millionen. Zudem sollte Bonilla bis 2035 ausgezahlt werden und man würde die Summe, die bis 2011 zusammenkommt jährlich zurückbezahlen.

Durch verschiedene Abläufe war die Steigerung enorm. Aus 5,9 Millionen wurden 29,8 Millionen bis 2011. Das geteilt durch die 25 Jahre sind es knapp 1,19 Millionen die Bonilla nun jedes Jahr kassiert. In 2035 wird er übrigens 72 Jahre alt. Sein letztes Baseball-Spiel war in 2001. Seitdem ist der Zahltag am 1. Juli als "Bobby Bonilla Day" bekannt.

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Der Kovalchuk-Fall der NHL

Beispiele gibt es auch aus der NHL, als Eishockey-Star Ilya Kovalchuk in 2010 einen Vertrag bei den New Jersey Devils über 17 Jahre und 102 Millionen unterschreiben wollte. Die NHL stoppte den Deal, da die Verteilung so ausgesehen hätte, dass Kovalchuk die letzten Jahre kaum was davon verdient hätte und man nur den Anschein erweckte den Salary Cap austricksen zu wollen. Zudem sei die Laufzeit unrealistisch gewesen, da Kovalchuk am Ende schon 44 Jahre gewesen wäre.

Der Vertrag wurde neu aufgesetzt. Über 100 Millionen und 15 Jahre. Plötzlich gab die NHL das Go. Nach drei Jahren verließ Kovalchuk das Team. Zwar wurde der Vertrag aufgelöst, aber die Devils sollten bis 2025 mit einem jährlichen Dead Cap über 250.000 Dollar versehen werden. 2014 einigte man sich auf eine einmalige Strafe über 1,5 Millionen Dollar und einen späteren Draft-Pick. 

Es gab also schon Mal ansatzweise Fälle wie den von Ohtani. Aber nicht in dieser Größenordnung, welche vielleicht die Zukunft weiter beeinflussen könnte.

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