DTM Sachsenring: Pepper fährt Bestzeit im Training, Glock erneut stark!
Aktualisiert: 22.08.2025
17:58 Uhr
Motorsport-Total
Titelaspirant Jordan Pepper fährt am Trainingstag der DTM auf dem Sachsenring die Bestzeit. Stark präsentiert sich auch erneut Timo Glock.
Starker Auftakt in die heiße Phase des DTM-Titelkampfes für Grasser-Lamborghini-Pilot Jordan Pepper: Der Südafrikaner, der in der Meisterschaft auf Platz drei liegt, sicherte sich neun Minuten vor Ende des ersten Trainings in 1:17.967 die Tages-Bestzeit und war damit um 0,057 Sekunden schneller als Dörr-McLaren-Pilot Timo Glock, der in der Nachmittags-Session Schnellster war.
Pepper zeigte sich davon unbeeindruckt, dass er auf seinen Renningenieur David Grabengießer verzichten muss, der im Vorjahr Mirko Bortolotti zum Titel geführt hatte. Er war einer der wenigen Piloten, die schon im ersten Training einen neuen Reifensatz aufziehen ließen - und fuhr die Zeit drei Runden nach dem Verlassen der Box, was zeigt, wie rasch die ungeheizten Pneus auf dem rauen Asphalt auf Temperatur kommen.
Auf Thomas Preinings Qualifying-Rekord aus dem Vorjahr (1:17.199) fehlte Pepper aber 0,768 Zehntel. Ebenfalls stark erwies sich DTM-Leader Lucas Auer, der bei seiner Qualifying-Simulation am Ende des zweiten Trainings eine 1:18.175 fuhr und damit im Tages-Klassement Dritter wurde.
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Abt-Aufwind, aber Rückversetzung für Bortolotti
Auf Platz vier landete mit Markenkollege Jules Gounon der Schnellste des Testtages am vergangenen Sonntag. Der in Andorra lebende Franzose, der - wie man hört - nach den Problemen der vergangenen Rennen einen neuen Mercedes-AMG GT3 nutzen darf, war beim Test eine 1:17.872 gefahren - und damit um fast eine Zehntel schneller als Peppers Freitags-Bestzeit. In den Freien Trainings fehlten Gounon auf den Grasser-Lamborghini-Fahrer 0,229 Sekunden.
Fünfter wurde "Grello"-Porsche-Pilot Preining (+0,232), ehe auf den Rängen sechs und sieben Champion Mirko Bortolotti (+0,263) und sein Abt-Teamkollege Nicki Thiim (+0,377) folgten. Das darf nach dem schwierigen Nürburgring-Wochenende als Lebenszeichen der Lamborghini-Truppe gewertet werden.
Zumal auch Kelvin van der Linde, der bei ran.de als Co-Kommentator fungierte, nach dem ersten Training meinte: "Zum ersten Mal dieses Jahr habe ich ein Lächeln im Gesicht gesehen beim Team Abt." Seine Prognose: "Könnte was werden am Wochenende."
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Ford-Überraschung im ersten Training mit neuem Reifensatz
Am Samstag ist die Ausgangslage für Bortolotti dennoch weniger rosig: Denn der in Wien lebende Italiener muss nach seiner dritten Verwarnung, die er auf dem Nürburgring für einen "unsafe release" kassierte, um fünf Startplätze zurück. Dabei ist das Qualifying gerade auf dem Sachsenring besonders wichtig, weil das Überholen schwierig ist.
Für eine Überraschung im ersten Training sorgte HRT-Ford-Pilot Fabio Scherer, der sich mit einer 1:18.579 auf den dritten Platz setzte. Im Gesamtergebnis reichte die Zeit mit 0,612 Sekunden Rückstand für Rang zehn. Der Schweizer hatte aber ebenfalls einen neuen Reifensatz von einem der vorangegangenen Wochenenden aufgespart, was die Zeit erklärt.
Glock deutlich schneller als Dörr, schwieriger Start für BMW
McLaren-Pilot Ben Dörr landete diesmal 0,562 Sekunden hinter seinem Teamkollegen Glock auf Platz elf. Auf Platz zwölf rangierte mit Marco Wittmann, dem 0,625 Sekunden auf die Tages-Bestzeit fehlten, der beste BMW-Pilot. Teamkollege Rene Rast kam in der Tageswertung mit 0,986 Sekunden Rückstand überhaupt nur auf Platz 21.
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DTM 2025: Das Power Ranking vor dem Rennen am Hockenheimring Die 24 Piloten finden sich in Hockenheim für das letzte Rennwochenende der Saison ein. Das Power Ranking von ran verrät, wie es um die aktuelle Form der Fahrer gemessen an ihren Möglichkeiten bestellt ist. Wer entscheidet das Finale für sich? Die DTM LIVE auf Joyn
Platz 24: Nicolas Baert (Comtoyou Racing - Aston Martin) Platz 21 und 19 in Österreich, immer unter den langsamsten Fahrern des Feldes. Mittlerweile ist sein Teamkollege weit voraus. Baert wird die Rote Laterne in unserem Ranking wohl nicht mehr los.
Platz 23: Timo Glock (Dörr Motorsport - McLaren) Das DTM-Comeback von Glock versprach Spannung und Aufregung. Das lieferte der Motorsport-Veteran. Zumindest am Mikrofon. Auf der Strecke fährt er meist hinterher. Platz 14 war am Sonntag das höchste der Gefühle. Der ehemalige F1-Pilot sammelte 16 Punkte in der gesamten Saison - Teamkollege Ben Dörr steht bei 46. Wir fassen die Saison zusammen: Nice try.
Platz 22: Tom Kalender (Team Landgraf - Mercedes-AMG) Der Samstag lieferte ein Ergebnis zum Abhaken, am Sonntag fuhr Kalender zu seiner Bestleistung in dieser Saison! Platz 11 bringen dem Jungspund fünf Punkte ein.
Platz 21: Fabio Scherer (Haupt Racing Team - Ford) Samstags wurde Scherer 14. - sonntags endete das Rennen in einem DNF. Scherer kann mit den Leistungen von Ford-Kollegen Maini insgesamt nicht mithalten.
Platz 20: Maximilian Paul (Paul Motorsport - Lamborghini) Null Punkte in Österreich. Bereits das dritte Rennwochenende dieser Art. Paul fiel in beiden Rennen aus. Enttäuschend.
Platz 19: Nicki Thiim (ABT Sportsline - Lamborghini) Der Absturz nimmt kein Ende. Thiim bleibt zum zweiten Mal in Folge ohne Punkte an einem Rennwochenende. Eine Saison zum Vergessen für den sympathischen Dänen.
Platz 18: Magnus Gilles (Comtoyou Racing - Aston Martin) Die ersten drei Rennwochenenden fuhr Gilles in der Saison nur hinterher. Doch in den vergangenen vier gab es immer Punkte! Auch am Red Bull Ring sammelte er acht Zähler ein.
Platz 17: Morris Schuring (Manthey EMA - Porsche) In der Fahrerwertung rangiert Schuring auf Platz 17. Der Porsche-Rookie sammelte zuletzt zwei Punkte - sein zweitschwächstes Rennwochenende der Saison. Nur beim Saisonauftakt in Oschersleben kassierte der DTM-Pilot eine Nullnummer.
Platz 16: Ben Dörr (Dörr Motorsport - McLaren) Dörr kriegt sein Potenzial selten über eine konstante Zeit auf die Strecke. Der DTM-Fahrer, der immer wieder positive Ausreißer vorweisen kann, tummelt sich wieder im hinteren Mittelfeld. Im McLaren, wohl gemerkt.
Platz 15: Mirko Bortolotti (Abt Sportsline - Lamborghini) Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem eine Wochenend-Ausbeute von acht Zählern als "gut" durchgeht. Der noch amtierende DTM-Champion wird in Hockenheim glanzlos abgelöst. Bortolotti hat sich 2025 sicherlich anders vorgestellt.
Platz 14: Luca Engstler (Grasser Racing Team - Lamborghini) Zwei Mal Platz 10 am Red Bull Ring. Engstler fährt mit. Und dem Kollegen Jordan Pepper hinterher. Dieser hat fast 100 Punkte mehr vorzuweisen in der Fahrerwertung und noch echte Chancen auf den Titel. Engstler hat dieses Jahr zu wenig aus seinem Auto gemacht.
Platz 13: Arjun Maini (Haupt Racing Team - Ford) Nach einem schwachen Wochenende zuvor meldet sich Maini vor allem mit einem starken fünften Platz im Ford zurück. Damit überholt er Titelträger Bortolotti in der Fahrerwertung. DTM live auf ProSieben und im kostenlosen Livestream auf Joyn und ran.de
Platz 12: Ben Green (Emil Frey Racing - Ferrari) Der hervorragende Platz 4 am Samstag wird durch ein Ausscheiden am Sonntag getrübt. Da Teamkollege Vermeulen überperformte, fällt Green im teaminternen Ranking auf den letzten Platz.
Platz 11: Ricardo Feller (Land Motorsport - Audi) JOYN AUF DIE 1! Feller pilotierte sein von uns gebrandeten Wagen auf die Siegerstraße. Leider lief der Samstag mit Rang 17 dafür bescheidener. Aber was für ein Erfolg für den Schweizer im Audi. Über die gesamte Saison gesehen ein verdienter Erfolg in einem unterlegenen Auto.
Platz 10: Thierry Vermeulen (Emil Frey Racing - Ferrari) Was war denn hier los? Warum nicht immer so! Nach zwei sehr schwachen Rennwochenenden absolviert Vermeulen sein bestes DTM-Event seiner bisherigen Karriere. 39 Punkte! Keiner sammelte mehr ein. Der Niederländer feiert mit Platz 2 und 3 zwar keinen Rennsieg, aber ein Doppelpodium. Er sichert sich so seine Top 10-Platzierung.
Platz 9: Jules Gounon (Winward Racing - Mercedes-AMG) Das war es wohl. Gounon holt "nur" 16 Punkte in Österreich und steht damit bei 142 Punkten in der Wertung. 29 Punkte hinter dem Führenden Auer (171). Das ist in zwei Rennen (plus den Qualifyings) nicht unmöglich aufzuholen, aber da noch acht andere Fahrer neben Gounon die Chance haben und besser platziert sind, extrem unwahrscheinlich.
Platz 8: Jack Aitken (Emil Frey Racing - Ferrari) Uff. Aitken patzt zum wiederholten Male oder ist in einen Crash verwickelt, sodass er Punkte liegen lässt. Am Red Bull Ring sammelt der Brite sogar nur einen mickrigen Zähler. Eigentlich zu wenig, wenn man Champion werden will. Die restliche Saison verlief eigentlich sehr konstant. Jetzt sind es 21 Punkte Rückstand. Er braucht ein Top-Wochenende in Hockenheim. Die DTM LIVE auf Joyn
Platz 7: Thomas Preining (Manthey EMA - Porsche) Auch Preining scheint die Luft hinten raus auszugehen. Beim Heimspiel kommt der Champion von 2023 auf zehn Pünktchen - die schwächste Ausbeute der Saison. Er steht bei 146 Punkten. Das sind 25 Punkte hinter Auer. Und sogar acht Zähler auf den Kollegen Güven! Preining kann mehr. Und hat noch ein Wochenende, um das zu zeigen.
Platz 6: Ayhancan Güven (Manthey EMA - Porsche) Am Wochenende vorher gewinnt der Türke beide Rennen, in Österreich sind es nur 9 Punkte, die er mitnimmt. Willkommen in der DTM, wo alles möglich ist. 154 Punkte bedeuten 17 Zähler Rückstand auf Auer. Auch er muss volles Risiko fahren.
Platz 5: Marco Wittmann (Schubert Motorsport - BMW) Wenn dieser verflixte Norisring nicht gewesen wäre. Und Rene Rast. Schubert scheint Wittmanns Teamkollegen vor dem Finale zu priorisieren, obwohl Wittmann selbst in guter Form ist. Bis auf das Heimrennen in Nürnberg fährt er eine brutal starke Saison. Und wer weiß ... je nachdem wie es läuft, ist das Wunder immer noch möglich. Er muss aber 21 Punkte aufholen. Und Rast irgendwie schlagen.
Platz 4: Maro Engel (Winward Racing - Mercedes-AMG) Gefühlt führt Engel schon die gesamte Saison über das Verfolgerfeld an. Er fällt eigentlich nie aus und kommt immer auf seine Positionen, aber selten bis nach ganz vorne. Im Finale muss er jegliches defensives Denken abstellen. Ob Platz zwei, fünf oder acht am Ende ist egal, es zählt nur der Sieg. Die 24 Punkte aus Österreich helfen ihm. Er ist besser positioniert als Teamkollege Gounon und kann Markenkollege Auer noch ärgern.
Platz 3: Jordan Pepper (Grasser Racing Team - Lamborghini) 164 Punkte. Pepper ist der dichteste Verfolger von Auer! Nur sieben Zähler trennen beide Piloten. Der Südafrikaner kann in seiner ersten vollen DTM-Saison direkt das erreichen, was vielen über die gesamte Karriere verwehrt bleibt: sich zum Champion krönen. Er wäre nach Sheldon van der Linde der zweite seines Landes, dem das gelingen würde.
Platz 2: Rene Rast (Schubert Motorsport - BMW) Immer wenn man denkt, jetzt ist er weg, beweist Rast das Gegenteil. Mit der Schubert-Schützenhilfe und seinen genialen, risikobereiten Fähigkeiten schleicht sich der Datenfuchs wieder an. 30 Punkte am Red Bull Ring, nur noch 11 Zähler auf Auer! Die eine oder andere Strafe weniger in der Saison und Rast stünde ganz oben.
Platz 1: Lucas Auer (Team Landgraf - Mercedes-AMG) Die 1 in der Fahrerwertung. Und das eigentlich die ganze Saison lang schon. Dabei versucht Auer nach dem sensationellen Saisonstart einfach nur Punkte zu hamstern. Und es scheint zu gelingen. Zu aggressiv warfen die Konkurrenten wie Aitken, Preining, Pepper oder auch Rast schon Zähler weg. Auer blieb cool. Nahm auch mal eine untere Top 10-Platzierung mit. Doch reicht das auch am Ende für den ersten Titel? Spannend wird es dann, sollte er nach dem Samstag nicht mehr führen und zum Jäger werden. Neun Fahrer können noch Champion werden - alles ist bereit für ein fantastisches Finale in Hockenheim.
Auf den ersten Blick deutet das auf das erwartet schwierige Wochenende für die BMW-Truppe hin, zumal Chefingenieur Florian Rinkes schon nach dem Test auf Anpassungen der Balance of Performance (BoP) hoffte und Rast und Wittmann im ersten Training nicht über die Plätze 21 und 23 hinauskamen. Dennoch funkte Rast bei Halbzeit der ersten Session: "Das Auto ist besser als beim Test."
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Ferrari-Piloten ebenfalls nicht im Vorderfeld
Ebenfalls nicht im Vorderfeld rangierte die im Vorjahr auf dem Sachsenring so starke Ferrari-Truppe Emil Frey Racing. Bester Pilot im 296 GT3 war in der Tageswertung Thierry Vermeulen auf Platz 14.
Dem Niederländer fehlten 0,770 Sekunden auf die Pepper-Zeit. Jack Aitken, der in der Meisterschaft auf Platz zwei erster Verfolger von DTM-Leader Auer ist, kam über Platz 20 nicht hinaus. Die Ferrari-Truppe muss dieses Jahr durch die BoP mit weniger Ladedruck auskommen als 2024 auf dem Sachsenring.
Am Samstagmorgen wird es bereits um 9:05 Uhr mit dem ersten Qualifying ernst. Die Piloten stehen dabei unter besonderem Druck, denn auf dem Sachsenring ist nicht nur das Überholen schwierig, sondern die Piloten haben vermutlich nur eine Runde, die sitzen muss. Das liegt am Reifenabbau, der deutlich höher ist als auf anderen Kursen.