American Football
NFL - Zehn neue Head Coaches stehen fest: Das ran-Zeugnis nach Ende des Trainer-Karussells - ein Team fällt komplett ab
- Veröffentlicht: 05.02.2026
- 16:38 Uhr
- Chris Lugert
Zehn NFL-Teams haben in den zurückliegenden Wochen einen neuen Head Coach gesucht und inzwischen auch gefunden. Welche Verpflichtung weckt die größten Erwartungen? Und bei wem sind erhebliche Zweifel angebracht?
Von Chris Lugert
Selten war das Trainer-Karussell in der NFL derart schnell unterwegs wie in diesem Jahr. Gleich zehn Teams suchten einen neuen Head Coach, fast ein Drittel der Liga besetzte seinen Cheftrainer-Posten neu.
Dabei waren es nicht immer Entlassungen, die zu einer Vakanz führten. Bei den Pittsburgh Steelers etwa trat Mike Tomlin nach 19 Jahren selbst zurück. Meistens aber entschieden sich die Verantwortlichen dazu, aufgrund von Erfolglosigkeit oder falscher Tendenzen die Notbremse zu ziehen.
Ob die Verpflichtung eines neuen Head Coaches richtig oder falsch war, zeigt sich natürlich immer erst im Nachgang anhand der Erfolge. Dennoch lässt sich zumindest der Prozess bewerten, den die Franchises durchlaufen haben. Auch die Profile der Kandidaten lassen sich mit den Bedürfnissen der Teams abgleichen.
Welche Franchise hat dahingehend eine gute Entscheidung getroffen, die durchaus Grund zum Optimismus liefert? Und welches Team hat bei seinen Fans eher für Ernüchterung gesorgt?
ran hat den zehn NFL-Teams ein Zeugnis für die Head-Coach-Suche ausgestellt.
Las Vegas Raiders: Klint Kubiak
Die Las Vegas Raiders haben offenbar eine Vorliebe für Personal der Seattle Seahawks, doch der Kontrast im Vergleich zum Vorjahr könnte kaum größer sein. Von Pete Carroll, dem defensiven Mastermind mit Legendenstatus, zum offensiv denkenden Klint Kubiak, der vor seiner ersten Head-Coach-Station in der NFL steht.
Offenkundig wollten die Raiders nach dem desaströs gescheiterten Carroll-Experiment neue Wege einschlagen. Von der vor Saisonbeginn leicht zu vernehmenden Euphorie rund um Las Vegas war schon nach der halben Saison nichts mehr übrig. Die Raiders waren eine der größten Enttäuschungen.
Trotz seiner erst 38 Jahre verfügt Kubiak schon über mehr als ein Jahrzehnt an NFL-Erfahrung. Der Super-Bowl-Einzug mit den Seahawks in diesem Jahr ist sein mit Abstand größter Erfolg, war er als offensiver Playcaller doch verantwortlich für die tolle Entwicklung von Quarterback Sam Darnold, Wide Receiver Jaxon Smith-Njigba und Co.
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Dass sich die Raiders für einen jungen, offensiven Head Coach entschieden, ergibt mit Blick auf ihren Kader viel Sinn. In Tight End Brock Bowers und Running Back Ashton Jeanty verfügen die Raiders über zwei extrem talentierte Playmaker, die das Potenzial haben, eine Offense auf ein neues Level zu heben.
Und dann ist da ja noch die Quarterback-Frage. Die Raiders picken im Draft an Position eins und werden aller Voraussicht nach Fernando Mendoza wählen. Dass Kubiak einen Quarterback an sein Optimum und vielleicht sogar darüber hinaus führen kann, hat er mit Darnold bewiesen.
Doch bleibt die Frage, ob ein talentierter offensiver Playcaller auch ein guter Head Coach ist. Und ob jemand, der seinen Job selbst erst richtig verstehen muss, der Richtige ist, um einen Rookie-Quarterback zu formen. Immerhin kann er sich in der Familie Tipps bei einem ganz Großen holen. Gary Kubiak ist schließlich sein Vater.
ran-Note: 2
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Arizona Cardinals: Mike LaFleur
Auch die Arizona Cardinals gehen neue Wege. Nach der Entlassung von Jonathan Gannon, der seine Expertise bekanntlich auf der defensiven Seite hat, soll der offensive Mike LaFleur für den Umschwung sorgen. Allerdings war LaFleur - im Gegensatz etwa zu Kubiak - zuletzt kein Playcaller mehr.
Der 38-Jährige verbrachte die vergangenen drei Saisons als Offensive Coordinator bei den Los Angeles Rams, stand dort aber im Schatten von Head Coach Sean McVay. Der Head Coach sagte die Spielzüge an und war das Mastermind hinter der Offensive um Matthew Stafford, Puka Nacua und Davante Adams.
LaFleur galt nicht unbedingt als der erste Kandidat aus dem Rams-Staff, um in dieser Offseason einen Posten als Head Coach zu bekommen. Defensive Coordinator Chris Shula wurde deutlich höher gehandelt, sogar Passing Game Coordinator Nathan Scheelhaase stand dem Vernehmen nach bei einigen Teams auf dem Zettel.
In Erinnerung blieben bei LaFleur seine zwei Jahre als Offensive Coordinator und Playcaller bei den New York Jets in den Saisons 2021 und 2022. Dabei stand ihm in Zach Wilson nicht unbedingt ein Quarterback der Extraklasse zur Verfügung, doch schaffte es LaFleur auch nicht, für eine positive Überraschung zu sorgen.
Doch während des Auswahlprozesses hinterließ LaFleur offenbar mächtig Eindruck bei Cardinals-Owner Michael Bidwill. Und nicht nur das: Wenn jemand aus nächster Nähe erleben durfte, wie die Besten ihres Fachs eine Franchise führen, dann LaFleur, der auch vier Jahre bei den San Francisco 49ers unter Kyle Shanahan arbeitete.
Die Cardinals stehen vor einer wegweisenden Offseason, unter anderem muss die Zukunft von Quarterback Kyler Murray geklärt werden. Vieles spricht dafür, dass Arizona mit neuem Head Coach und neuem Quarterback in die Saison geht. Dieses Projekt in die Hände von LaFleur zu legen, ist mindestens mutig. Manche meinen: gewagt.
ran-Note: 3
Tennessee Titans: Robert Saleh
Nach nur einem Jahr in seiner alten Heimat San Francisco will es Robert Saleh wieder wissen und beweisen, dass seine Zeit bei den New York Jets nicht alles über seine Qualitäten als Head Coach verrät. Der 47-Jährige wird neuer Cheftrainer der Tennessee Titans und soll eine zuletzt schlicht irrelevante Franchise wieder aufblühen lassen.
Dreieinhalb Saisons verbrachte Saleh bei den Jets, immerhin zwei Saisons beendete er mit jeweils sieben Siegen - davon war die Franchise unter seinem Nachfolger Aaron Glenn zuletzt weit entfernt. Saleh gehört zweifellos zu den besten Defensivcoaches der NFL, was er auch zuletzt bei den 49ers bewies, als er eine von Verletzungen gebeutelte Unit zumindest weitestgehend wettbewerbsfähig hielt.
Und dennoch verblüffte die Wahl der Titans etwas, schließlich befindet sich die Franchise mittendrin in der Evaluierung eines jungen Quarterbacks. Und die Frage, ob Cam Ward die Antwort auf der wichtigsten Position ist, dürfte die Titans-Zukunft der nächsten Jahre maßgeblich beeinflussen.
Warum also ein defensiver Head Coach? Die Antwort auf diese Frage ist inzwischen geklärt, Saleh sicherte sich die Dienste von Brian Daboll als Offensive Coordinator. Eine spannende Wahl, schließlich formte der ehemalige Head Coach der New York Giants einst Josh Allen bei den Buffalo Bills und arbeitete in New York - wenn auch nur kurz - mit Jaxson Dart zusammen.
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Es könnte ein erfolgversprechendes Modell in Nashville sein. Saleh kümmert sich als Head Coach um die übergreifenden Themen und sorgt gleichzeitig für eine starke Defense. Die Offense wiederum liegt klar in den Händen eines Offensivgurus, der aber ebenfalls Erfahrung als Head Coach besitzt. Beide können sich so auch gegenseitig unterstützen.
Saleh machte bei den Jets sicher nicht alles richtig, doch schon bevor der Super Bowl der Saison 2025 gespielt ist, haben die Fans in Tennessee durchaus Grund, optimistisch und mit Vorfreude auf den Herbst zu blicken.
ran-Note: 2
Buffalo Bills: Joe Brady
Die Buffalo Bills gaben in den vergangenen Wochen kein gutes Bild ab. Die Entlassung von Sean McDermott nach dem Playoff-Aus bei den Denver Broncos wirkte trotz aller Argumente vorschnell und wie das Ergebnis einer Kurzschlussreaktion.
Gleichzeitig wurde General Manager Brandon Beane befördert und mit mehr Macht ausgestattet, Owner Terry Pegula schien derweil selbst nicht mehr zu wissen, warum er seinen Head Coach eigentlich gefeuert hat. War es die Niederlage? War es ein weinender Josh Allen? Oder doch etwas ganz anderes?
Es folgten Interviews mit unterschiedlichsten Kandidaten, ehe schließlich die Entscheidung getroffen wurde, Joe Brady zu befördern. Der langjährige Offensive Coordinator unter McDermott hatte großen Anteil an der Entwicklung von Josh Allen hin zu einem MVP-Gewinner.
Es ist der Weg des geringsten Widerstandes, den die Bills gehen. Brady kennt die Franchise in- und auswendig, ebenso natürlich die Offense. Und ein Joe Brady im eigenen Team ist aus Sicht der Bills besser, als wenn er geht und einen etwaigen Konkurrenten stärker macht.
Gleichzeitig ist es ein Eingeständnis, dass die Bills zu einem echten sportlichen Neuanfang doch nicht bereit sind. Was die Frage aufwirft, ob McDermott womöglich nur der Verlierer eines Machtkampfes hinter den Kulissen war. Unter diesen Voraussetzungen dürfte es auch Brady nicht einfach haben.
ran-Note: 3
Atlanta Falcons: Kevin Stefanski
Ohne Zweifel war Kevin Stefanski einer der interessantesten Kandidaten, die es in diesem Jahr auf dem Trainermarkt der NFL gab. Sechs Jahre war Stefanski Head Coach der Cleveland Browns, zweimal schaffte er es in dieser Zeit in die Playoffs - mit einer Franchise wie den Browns ein großer Erfolg.
Dennoch war nach der abgelaufenen Saison Schluss - zur Freude der Atlanta Falcons, die sich den 43-Jährigen angeln konnten. Stefanski bringt seinen Offensive Coordinator und Playcaller Tommy Rees aus Cleveland mit - diese Wahl zumindest darf kritisch bewertet werden, etwas frischer Wind hätte hier vielleicht nicht geschadet.
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Allerdings waren die Umstände in Cleveland gerade auf offensiver Seite mehr als bescheiden. Die Quarterback-Situation war ein mittelschweres Desaster, die Playmaker bestenfalls Durchschnitt. Zumindest Letzteres wird in Atlanta ganz anders sein, angesichts von Leuten wie Bijan Robinson, Drake London und - vielleicht - Kyle Pitts.
Im Vergleich zu seiner Zeit in Cleveland stehen Stefanski und seinem Trainerteam nun ganz andere Möglichkeiten offen. Im Gegenzug dürfen sich die Falcons ihrerseits auf einen renommierten und erfahrenen Head Coach freuen, der bereits bewiesen hat, auch mit wenig viel erreichen zu können.
Die Verpflichtung von Stefanski passt zudem gut in die generelle Umstrukturierung bei den Falcons, mit Franchise-Legende Matt Ryan als neuem President of Football und der Verpflichtung von Ian Cunningham als General Manager. Dass die Falcons im kommenden Draft keinen Erstrundenpick haben, erschwert allerdings den Start für alle Beteiligten.
ran-Note: 1
Cleveland Browns: Todd Monken
Und die Cleveland Browns? Die kassierten bei ihrer Trainersuche mehr Körbe als manches NBA-Team. Möglicherweise haben die Verantwortlichen es zwischenzeitlich bereut, Stefanski gefeuert zu haben, zumal der gesamte Prozess danach ein Desaster war - was bei den Browns aber wenig überrascht.
Denn wie es heißt, verlangten die Browns im Rahmen des Auswahlprozesses, dass der neue Head Coach doch bitte Defensive Coordinator Jim Schwartz behalten möge. Darauf wiederum hatten einige Kandidaten verständlicherweise nur wenig Lust. Was nicht an Schwartz' Qualitäten lag, sondern an der Vorgabe selbst.
Schwartz wiederum hatte sich seinerseits Hoffnungen gemacht, zum Head Coach befördert zu werden. Als die Wahl schließlich auf Todd Monken fiel, war Schwarz derart verärgert, dass er seinen Rücktritt einreichte. Mehr Browns geht nicht.
Was also bleibt, ist ein neuer Head Coach, der ohnehin nicht erste Wahl war. Und der Defensive Coordinator, den man eigentlich behalten wollte, ist weg, was wiederum Spielern wie Myles Garrett nicht gefällt. Für Monken ist das alles kein Start wie im Lehrbuch.
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Drei Jahre war der 59-Jährige zuletzt Offensive Coordinator bei den Baltimore Ravens und verantwortete dort eine Offense mit Lamar Jackson und Derrick Henry. Bei den Browns könnten die Namen im September womöglich Shedeur Sanders und Quinshon Judkins lauten.
Als Head Coach ist Monken in der NFL zudem komplett ohne Erfahrung, trotz seines gesetzteren Alters. Immerhin kennt er die Browns, in der Saison 2019 war er bereits Offensive Coordinator in Cleveland. Von Erfolg war diese Zeit jedoch nicht gekrönt. Kurzum: Dass sich die Browns auf dem Trainerposten wirklich verbessert haben, ist mehr als fraglich.
ran-Note: 5
Miami Dolphins: Jeff Hafley
Bei den Miami Dolphins stehen die Zeichen auf Neuanfang - die Ära Mike McDaniel ist zu Ende. Sein Nachfolger wird Jeff Hafley. Ein Name, den zu Beginn des Coaching-Karussells wohl nicht jeder auf dem Schirm hatte. Zwei Jahre war Hafley zuletzt Defensive Coordinator der Green Bay Packers. Zuvor arbeitete er vier Jahre als Head Coach bei Boston College. Beides mit bescheidenem Erfolg.
Dass die Wahl auf ihn fiel, hatte auch viel mit dem neuen General Manager der Dolphins zu tun, Jon-Eric Sullivan. Der war zuvor über 20 Jahre in verschiedenen Funktionen bei den Packers tätig, zunächst im Scouting, später im Front Office. Als er mit der Suche nach einem neuen Head Coach beauftragt wurde, fiel die Wahl auf seinen alten Bekannten aus dem Norden.
Schlecht muss das allerdings nicht sein, für die Dolphins ist es gerade derzeit vermutlich sogar ein Vorteil. Eine Franchise, die vor einem Berg an Arbeit steht, kann ein Tandem aus Head Coach und General Manager, das sich gut kennt und versteht, bestens gebrauchen.
Und doch bleibt ein Risiko, in dieser Phase einen Trainer zu verpflichten, der in der NFL bislang nicht in dieser Verantwortung stand. Auch die Auswahl der Koordinatoren löste rund um Miami jetzt keine Freudensprünge aus. Bobby Slowik wird Offensive Coordinator, Sean Duggan folgt Hafley aus Green Bay und wird Defensive Coordinator.
Gerade in Miami, wo große Namen gerne gesehen werden, die zum Selbstbild der Stadt passen, wirkt die Wahl des Trainerteams schlicht langweilig. Was nicht heißt, dass es deshalb nicht erfolgreich werden kann. Aber für Aufbruchstimmung nach McDaniel haben die Dolphins nicht gesorgt.
ran-Note: 4
Baltimore Ravens: Jesse Minter
Wer denn sonst? Gleich nach der Entlassung von John Harbaugh war Jesse Minter der erste Kandidat, der von nahezu allen Experten genannt wurde. Bis zur endgültigen Entscheidung dauerte es dann zwar noch etwas, doch die Wahl fiel wie erwartet auf den 42-Jährigen.
Ab 2017 arbeitete Minter bereits vier Saisons bei den Ravens unter Harbaugh, er weiß also ganz genau, wie diese Franchise tickt. Es folgte der Schritt ans College, wo er ab 2022 mit Johns Bruder Jim Harbaugh zusammenarbeitete. Mit den Michigan Wolverines gewannen sie die Meisterschaft, ehe beide als Tandem in die NFL zu den Los Angeles Chargers gingen.
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In Kalifornien machte sich Minter zuletzt als Defensive Coordinator einen Namen und genoss ligaweit einen exzellenten Ruf für seine moderne Defense. Es ist genau das, was die Ravens brauchen. Dass die Offense mit Lamar Jackson konkurrenzfähig sein wird, ist keine gewagte Prognose. Die Defense war das Problem.
Dass Minter den erst 29-jährigen Declan Dolye als Offensive Coordinator verpflichtete, zeigt seinen Mut auch zu riskanten Entscheidungen, wenn er sie für richtig hält. Es ist eine Attitüde, die in Baltimore zuletzt gefehlt hat. Etwas zu wagen, etwas Neues zu versuchen. Minter steht für einen neuen Aufbruch nach den vielen Harbaugh-Jahren.
ran-Note: 1
New York Giants: John Harbaugh
Besagter John Harbaugh wiederum schloss sich den New York Giants an - ein Match made in Heaven, wie es so mancher sieht. Tatsächlich wurde Harbaugh bei den Ravens nicht entlassen, weil er plötzlich ein schlechter Head Coach geworden sei. Sondern weil sich gewisse Dinge einfach irgendwann abnutzen.
Der 63-Jährige ist das Sinnbild für einen CEO-Head-Coach. Also ein Cheftrainer, der die Franchise sportlich übergreifend führt, ohne die einzelnen Spielzüge und Pläne zu entwerfen und anzusagen. Er verändert die Kultur einer Franchise, er bringt eine Siegermentalität. Und er packt die richtigen Leute an die richtigen Positionen.
Zumindest ist das seine Aufgabe, die ihm bei den Ravens über all die Jahre auch meist gelungen ist. Doch Trainer wie Harbaugh sind genau davon auch abhängig. Greifen sie bei ihren Koordinatoren daneben, steht der gesamte Erfolg auf der Kippe. Da kann die Culture drumherum noch so großartig sein.
Und genau hier wird es kritisch. Matt Nagy wird neuer Offensive Coordinator, Dennard Wilson übernimmt die Defense. Nagy hat zwar viele Jahre bei den Kansas City Chiefs unter Andy Reid gelernt, war aber kein Playcaller. Wilson wiederum arbeitete zuletzt zwei Jahre mit überschaubarem Erfolg bei den Tennessee Titans.
Die Erwartungshaltung auch bei Giants-Fans dürfte eine andere gewesen sein, als Harbaugh zum Cheftrainer ernannt wurde. Passend zur Größe der Stadt hoffte man auch im Trainerstab auf die großen Namen, doch die blieben aus. So hat der Hype um Harbaugh dann doch ein paar erste Kratzer abbekommen.
ran-Note: 2
Pittsburgh Steelers: Mike McCarthy
Wenn das Internet vor lauter Memes kaum noch zum Atmen kommt, ist das meist kein besonders gutes Zeichen. Bei der Verpflichtung von Mike McCarthy als Nachfolger von Mike Tomlin dürften manche Fans der Pittsburgh Steelers geschwankt haben zwischen Ungläubigkeit und Entsetzen.
Nicht, weil McCarthy ein Jahr aus der NFL raus war. Das ist nicht weiter tragisch, ein Jahr Pause kann manchmal sogar ziemlich gut sein. Um frei von Druck den Horizont zu erweitern oder eine kritische Analyse der vorherigen Station zu vollziehen. Und der 62-Jährige hat so viel NFL-Erfahrung, da spielt ein Jahr keine Rolle.
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Aber wenn Mike McCarthy in Pittsburgh etwas nicht versprüht, dann ist es der Duft des Neuanfangs. Genau diesen hatten sich die Fans nach Tomlins Rücktritt aber erhofft. Nach Jahren der Stagnation als Playoff-Team, aber ohne Aussicht auf irgendeinen Super-Bowl-Einzug, wollte man frischen Wind.
Es wurde ein Coach gesucht, der neue Ideen einbringt, der eine neue Ära prägen kann - so wie es einst auch Tomlin war, der mit 34 Jahren zum Head Coach der Steelers ernannt worden war. Die Steelers schreien seit Jahren nach einem neuen Look - jetzt aber wurde das alte Outfit gegen ein identisches Outfit getauscht.
Zumal McCarthys große Zeiten in der NFL auch schon eine Weile her sind. In der Saison 2010 gewann er mit den Green Bay Packers den Super Bowl, seither kamen mit den Packers und später mit den Dallas Cowboys nur noch sechs Playoff-Siege hinzu. Immerhin: Das sind doppelt so viele wie Tomlin in diesem Zeitraum.
ran-Note: 4