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NBA-Kolumne: 6 brennende Fragen zur restlichen Saison – Wie offen ist das Titelrennen überhaupt?

  • Aktualisiert: 21.02.2024
  • 16:20 Uhr
  • Ole Frerks
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Nach der All-Star-Pause ist vor dem letzten Saisondrittel (NBA jeden Samstag und Sonntag live auf ProSieben MAXX und ran.de). Nur noch knapp 30 Spiele stehen für jedes Team an, bevor es Richtung Playoffs (oder Lottery) weitergeht. Wir blicken auf die wichtigsten ungeklärten Fragen für den Rest der Saison.

von Ole Frerks

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1: Chet oder Wemby?

Früh in der Saison war der Case pro Chet Holmgren im Rookie of the Year-Rennen ziemlich eindeutig: Die Counting Stats waren im Vergleich zu Victor Wembanyama ähnlich genug, Effizienz und Team-Erfolg sprachen ganz klar für den OKC-Spieler. Beim Team-Erfolg ist das immer noch eindeutig der Fall (OKC steht auf dem zweiten, San Antonio auf dem letzten Platz der Conference), der Rest der Gleichung hat sich jedoch verändert.

Holmgren ist immer noch effizienter – knapp 54% aus dem Feld und 39% von draußen bleiben exzellente Werte, an die Wemby nicht heranreicht (47/32), auch wenn der Franzose den Abstand verkürzt hat, seitdem er auf der Fünf spielt und öfter wenigstens einen überdurchschnittlichen Passer an seiner Seite hat. Der Counting-Stats-Unterschied wird indes größer:

Holmgren: 16,7 Punkte, 7,6 Rebounds, 2,7 Assists, 2,6 Blocks

Wembanyama: 20,5 Punkte, 10 Rebounds, 3,2 Assists, 3,2 Blocks

… an dieser Stelle sei gesagt, dass die letzte 20-10-3-3-Saison nicht von einem Rookie kam, sondern von Shaquille O’Neal in dessen einziger MVP-Saison. Ja, die Zeiten haben sich geändert, es gibt mehr Punkte, mehr Possessions als in 99/00 – trotzdem befindet sich Wemby in historischer Gesellschaft. Zumal …

Stats seit dem 4. Januar (seitdem startet Wemby gemeinsam mit Tre Jones, einem Point Guard):

Holmgren: 15,6 Punkte, 7,7 Rebounds, 2,8 Assists, 2,7 Blocks

Wembanyama: 22,9 Punkte, 9,9 Rebounds, 3,7 Assists, 3,3 Blocks

… Wembanyama dabei nur 27 Minuten pro Spiel auf dem Court stans.

Das soll Holmgren nicht abwerten, der aktuell der zweit- oder drittbeste Spieler eines legitimen Contenders ist, schon jetzt zu den besten Verteidigern der Liga gehört und in manchen Jahren einen All-Star-Case gehabt hätte, ganz zu schweigen von einem sicheren ROY-Award – aber in diesem Rennen geht es für gewöhnlich eben eher um die individuellen Zahlen als um die Team-Performance.

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Wemby hat die Zahlen und ist ein sogar noch einflussreicherer Verteidiger als Holmgren; Estimated Plus/Minus zufolge hat er den siebtgrößten positiven Einfluss in der Defense (+3,1), Chet belegt einen (immer noch exzellenten) Platz 30 (+2,0). Wembanyama hat abgesehen davon auch die sechsthöchste Usage-Rate (31,5) in der gesamten Liga, also offensiv eine ungleich größere Rolle als Chet (20,9).

Bei vielen Wählern dürfte Wembanyama Holmgren bereits überholt haben. Setzt sich der Trend der letzten Wochen fort, wird es bis Saisonende die Mehrheit sein.

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2: Welche Opfer wird die 65-Spiele-Regel (noch) haben?

Erstmals müssen Spieler in dieser Saison wenigstens 65 Spiele absolvieren, um sich für Awards wie den MVP oder All-NBA zu qualifizieren. Den möglichen MVP-Favoriten Joel Embiid hat es bereits erwischt, Jimmy Butler und Kyrie Irving auch, (unter anderem) die folgenden Spieler laufen ebenfalls Gefahr, die Marke zu verpassen:

-       Kristaps Porzingis (15 verpasste Spiele)

-       Jamal Murray (15)

-       Tyrese Haliburton (13)

-       Zion Williamson (11)

-       Devin Booker (10)

-       Bam Adebayo (10)

-       Luka Doncic (8)

Für manche Spieler ist das, abgesehen von der ausbleibenden Ehre, relativ egal. Für andere, etwa Haliburton oder Murray, hat die Marke hingegen massive finanzielle Konsequenzen: Bei Haliburton, der seine Extension schon unterschrieben hat, würde eine All-NBA-Nominierung insgesamt rund 40 Mio. Dollar Unterschied ausmachen.

Murray könnte kommenden Sommer mit einer All-NBA-Nominierung eine Supermax-Extension über fünf Jahre und rund 314,9 Mio. Dollar (via "The Athletic") unterschreiben, andernfalls wären es maximal vier Jahre und 207,6 Mio., die er auf sein letztes Vertragsjahr 24/25 frühzeitig draufpacken könnte.

"Ich meine, wir verdienen genug Geld", sagte Murray kürzlich angenehmerweise dazu – natürlich liegt er damit richtig. Es bleibt trotzdem abzuwarten, inwieweit diese Regel sich auf die letzten Saisonmonate auswirkt.

3: Gehört Boston der Osten?

Gefühlt wird zu wenig darüber gesprochen, wie dominant die Celtics in der laufenden Saison bisher auftreten. Das mag daran liegen, dass die Playoff-Enttäuschung gegen Miami (und in den Finals 22) schwer wiegt, vielleicht auch daran, dass gute Regular Seasons seit Jahren normal für die Celtics sind. Es fehlt an Drama, am Überraschungseffekt. Richtig hingesehen wird erst in der Postseason.

Das ist verständlich – aber hinsehen lohnt sich trotzdem. Denn es gibt keinen Zweifel daran, welches Team bisher das klar beste in dieser Spielzeit ist: Boston hat mittlerweile die beste Offense der Liga und die drittbeste Defense, die beste Bilanz, die zweitmeisten Siege gegen Teams über .500 (Minnesota hat ein Spiel und einen Sieg mehr). Natürlich auch das beste Net-Rating.

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Die Boston Celtics gehören zu den Top-Favoriten der NBA
Die Boston Celtics gehören zu den Top-Favoriten der NBA© ZUMA Press

"StatMuse" zufolge hatten in der Liga-Geschichte bisher überhaupt nur zehn Teams bessere Net-Ratings als Boston in dieser Spielzeit (+10,2). Acht davon wurden Meister. Die anderen beiden waren die Spurs und Warriors in der 15/16er Saison, als Golden State einen Tiefschlag und eine Jahrhundert-Performance von LeBron James in den Finals davon entfernt war, die Quote auf 90% zu erhöhen.

Solche Zahlen garantieren nichts – aber sie sind ein guter Indikator dafür, dass Boston ein sehr dominantes und vor allem rundes Team ist. Es gibt wenige eklatante Schwächen. Es dürfte mehr Abschlüsse am Ring geben, es gibt noch immer des Öfteren schlechtes Decision-Making am Ende von Spielen. Im Vergleich zum restlichen Osten wirken diese Themen aber fast schon harmlos.

Die Sixers befanden sich zuletzt im freien Fall (3-9 über die letzten zwölf Spiele) und wissen nicht, wann sie wieder auf Joel Embiid zählen können. Bei den Knicks (1-5 vor der All-Star-Pause) wird sich das Lazarett nach und nach lichten, der Kader ist tief und sehr gut, Star-Power a la Boston hat New York aber auch in Bestbesetzung nicht. Die Bucks sind ein Spezialfall (siehe Frage vier). Die Cavs waren zuletzt dominant, sind aber unbewiesen in den Playoffs. Indiana verteidigt mies, Miami und Orlando können kaum scoren.

Das ist alles etwas vereinfacht, aber der Punkt ist: Boston hat in Bestbesetzung eigentlich alles und gegenüber der Konkurrenz vor allem den Vorteil, dass jeder Spieler ihrer Top 6 Offense und Defense beherrscht. Es gibt keinen klassischen defensiven Schwachpunkt (a la Damian Lillard, Darius Garland, Jalen Brunson, Tyrese Maxey …), keinen Style, den sie nicht spielen können.

Ihr Angriff ist Dreier-lastig, klar, aber laut nba.com/stats sind sie auch das Team, das Post-Up-Plays am effektivsten (und fast am häufigsten) nutzt. Dieses Team wirkt flexibler, stabiler als im vergangenen Jahr. Nicht unschlagbar, aber schwer zu schlagen – seit dem 8. November hat Boston keine zwei Spiele am Stück mehr verloren.

In der Regular Season gelten teilweise andere Gesetze als in den Playoffs. Dort ist der Faktor "wer hat den besten Spieler?" wichtiger, und hier ist Boston am ehesten angreifbar – Jayson Tatum stand zwar zweimal in Folge im All-NBA First Team, wird in der Regel aber nicht als Superstar der obersten Kategorie wahrgenommen, was auch sein nicht vorhandener MVP-Buzz noch einmal unterstreicht.

Vielleicht wird das ein Problem, andererseits hat Boston in den vergangenen Jahren auch so die Sixers (mehrfach), Bucks oder Nets (damals noch mit Superstar Kevin Durant) in den Playoffs geschlagen, weil sie das bessere Kollektiv hatten. Diesmal ist ihr Kollektiv noch besser. Nach zwei Saisondritteln spricht einiges dafür, dass sie zum zweiten Mal in der Tatum-Ära die Finals erreichen können.

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4: Kriegt Milwaukee noch die Kurve?

Der wohl ärgste Konkurrent im Osten ist – vor allem dank seiner Starpower – weiterhin Milwaukee. Giannis Antetokounmpo spielt eine MVP-artige Saison und war vor zwei Jahren in den Playoffs schon nur in sieben Spielen zu schlagen, obwohl Khris Middleton die gesamte Serie verpasste. Damian Lillard war da noch gar nicht da. Natürlich hat sich auch sonst einiges verändert.

Erst vor wenigen Wochen entließen die Bucks den Coach, der sie von der Mike Budenholzer- in die nächste Ära führen sollte – Adrian Griffin hatte sein Team jedoch verloren. Zehn Spiele hat sein Nachfolger Doc Rivers mittlerweile gecoacht, bevor er – dank Griffins Vorarbeit – am Wochenende die East-All-Stars "coachen" durfte. Die Bilanz dieser Spiele ist nicht sehr eindrucksvoll (3-7). Im letzten Spiel vor der Pause setzte es gegen die Grizzlies eine heftige Blamage.

Und trotzdem … abschreiben sollte man die Bucks noch nicht. Die Defense sah über die vergangenen zehn Spiele besser aus: Es werden endlich weniger Transition-Abschlüsse erlaubt, nachdem die Bucks zuvor anfälliger waren als alle anderen Teams. Der Ring wird etwas effektiver beschützt, stets die Kernkompetenz von Teams mit Giannis und Brook Lopez. Die Defense rangierte zuletzt auf Platz 14, nicht mehr in den 20ern – und dabei hatten die Bucks noch richtig Pech, weil Gegner 41% ihrer Dreier trafen. Normalerweise bleibt das nicht so.

Giannis Antetokounmpo von den Milwaukee Bucks
Giannis Antetokounmpo von den Milwaukee Bucks© Xinhua

Offensiv haben die Bucks unter Rivers einen Schritt zurück gemacht und belegten bisher Platz 21. Ein Teil davon ist der Ausfall von Khris Middleton, der seit dem 3. Februar nur sechs Minuten gespielt hat und unverzichtbar ist, weil er der einzige Nicht-Superstar-Buck ist, der überdurchschnittlich werfen, dribbeln UND passen kann.

Ein Teil ist sicherlich auch die Formkrise von Lillard, der unter Rivers nur 40,9% seiner Würfe und 31,3% seiner Dreier trifft. Das All-Star Weekend, inklusive gewonnenem Dreier-Contest und All-Star-Game-MVP, wird ihm vielleicht aus dem Loch heraushelfen.

Noch immer haben die Bucks die Möglichkeit, ihre Frequenz von Dame-Giannis oder Giannis-Dame Pick’n’Rolls nach oben zu schrauben, den offensiven Prozess zu vereinfachen. Zu oft spielen die Superstars nebeneinanderher, statt sich gegenseitig zu helfen, das war auch gegen Memphis wieder eklatant.

Einen schiefen Kader hat Milwaukee weiterhin, der Supporting Cast außerhalb der Top 4 (Giannis, Dame, Middleton, Lopez) ist ziemlich dünn. In den gemeinsamen Minuten der Top 4 allerdings haben die Bucks ein Net-Rating von +16,4 mit überragender Offense und Defense, über die gesamte Saison. Es ist bei allen Problemen weiter zu früh, sie als Contender abzuschreiben.

5: Wer schnappt sich den First Seed im Westen?

Aufgrund der milden Selbst-Sabotage der Utah Jazz zur Trade Deadline, die immerhin drei Spieler aus ihrer aktiven Rotation für künftige Assets wegschickten, ist die Top 10 im Westen wohl einigermaßen sicher. Wie sich diese wiederum sortiert, ist … offen! Und das gilt sowohl bei den Play-In-Rängen als auch ganz vorn an der Spitze.

Vier Teams werden vorne durch maximal drei Spiele getrennt: Die Wolves, Thunder, Clippers und Nuggets. Der amtierende Champion ließ es dabei zuletzt am ruhigsten angehen (drei Ls am Stück vor der All-Star-Pause), obwohl Nikola Jokic & Co. vergangene Saison durchaus von ihrem Heimvorteil profitierten (in den Playoffs ging lediglich ein einziges Heimspiel verloren).

Natürlich schüchtert Denver die Konkurrenz vorerst dennoch mehr ein als jedes andere Team. Es wird daher spannend zu sehen, ob Teams wirklich alles dafür geben werden, den First Seed zu bekommen, wenn Denver auf Rang vier bleibt, weil dann ein Duell schon in Runde zwei drohen könnte. Möglich wäre es natürlich aber auch, dass die Nuggets selbst mit neuem Elan aus der Pause kommen und sich am Ende sogar wieder ganz nach oben schieben.

Es stehen noch etliche direkte Duelle an. Die Clippers haben den schwersten Restspielplan und zwei Duelle mit Minnesota sowie je eins mit OKC und Denver vor sich. Minnesota und Denver spielen sogar noch dreimal gegeneinander. OKC hat sich den Tiebreaker gegenüber Denver (3-1) schon geholt und könnte sich in der Nacht auf Freitag auch den gegenüber den Clippers sichern. Gegenüber den Wolves (2-2) kommt es am Ende auf die Bilanz innerhalb der Division an, sollte die Gesamtbilanz identisch sein.

Gerade für die jungen, unbewiesenen Teams an der Spitze könnte der Heimvorteil am Ende richtig werden. Es sei denn …

6: Gibt es einen Cinderella-Run a la Miami 23?

Im Osten sieht der Kreis der ernstzunehmenden Teams etwas kleiner aus, im Westen hingegen sind es wirklich zehn Teams, die etwas reißen können, will sagen: Denen gegen das richtige Matchup der Gewinn mindestens einer Playoff-Serie zuzutrauen ist. Vielleicht sogar mehr. Die Chance, dass wie im letzten Jahr zwei Play-In-Teams die Conference Finals erreichen, ist zwar nicht groß, aber komplett unmöglich wirkt es auch nicht.

Mehr denn je wird es auf Matchups ankommen, weil die Spielstile so unterschiedlich sind. Die Lakers etwa sind insgesamt beileibe nicht so gut wie OKC, aber sie könnten dieses Duell womöglich physisch dominieren, weil die Thunder – auch nach der Verpflichtung von Bismack Biyombo – immer noch ein schmales, kleines Team sind. Die Erfahrung würde hier ebenfalls ganz klar für den "Underdog" sprechen. Ähnlich wie in einem potenziellen Duell zwischen Minnesota und Golden State übrigens.

Derzeit bietet sich im Westen das interessante Bild, dass alle zehn Teams einigermaßen formstark in die All-Star-Pause gingen und wenigstens 50% ihrer letzten zehn Spiele gewonnen hatten. Die Lakers und Warriors gewannen sieben respektive acht der letzten zehn, die Lakers hatten dabei sogar die beste Offense der Liga – und trotzdem wurde faktisch überhaupt kein Boden gut gemacht, weil die Teams davor nicht viel schlechter waren. Dallas etwa gewann die letzten sechs am Stück und wirkt mit seinen Neuzugängen P.J. Washington und Daniel Gafford sogar defensiv kompetent.

Stand jetzt würden sich die Lakers und Warriors in der unteren Hälfte des Play-Ins gegenüberstehen. Das Feld ist aber auch hier eng beieinander – nur fünf Spiele trennen die fünftplatzierten Suns (33-22; die übrigens den schwersten Restspielplan aller Teams haben) und die Warriors auf Rang zehn (27-26). Es kann über die letzten knapp 30 Spiele also noch maximal chaotisch werden.

Im Osten wiederum … Indiana hatte noch nicht viel Zeit mit Tyrese Haliburton und Pascal Siakam, würde Stand jetzt aber in der ersten Runde gegen Lieblingsgegner Milwaukee spielen. Philly droht, ohne Embiid ins Play-In abzurutschen, würde bei einer etwaigen Rückkehr aber natürlich sofort zum Team mit Upset-Potenzial werden.

Miami selbst spielt keine tolle Saison, legte zuletzt aber wieder etwas zu und hat über die letzten Jahre außer Cleveland jedes Team, das aktuell vor ihnen steht, wenigstens einmal in den Playoffs geschlagen.

Es wird Zeit, dass es wieder mit den richtigen Spielen weitergeht.

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