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Mainz 05: Dominik Kohr meldet sich nach Brutalo-Foul gegen Max Moerstedt zu Wort - "Bin selbst erschrocken"
- Aktualisiert: 24.11.2025
- 14:18 Uhr
- ran.de / SID
Mainz-Profi Dominik Kohr fliegt im Spiel gegen Hoffenheim nach einem schweren Foul vom Platz. Am Tag danach bezieht er via Instagram Stellung.
Dominik Kohr hat beim 1:1 (0:1) des 1. FSV Mainz 05 gegen die TSG Hoffenheim seinen neunten Platzverweis kassiert - und damit einen unrühmlichen Rekord in der Bundesliga aufgestellt.
Mit der Roten Karte wegen groben Foulspiels nach Videobeweis (88.) zog der 31-Jährige in seinem 316. Spiel an Jens Nowotny und Luiz Gustavo vorbei.
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Am Tag nach dem unrühmlichen Rekord hat sich Kohr nun bei Instagram zu Wort gemeldet. "Liebe Leute!
Es ist mir wichtig, mich heute direkt an euch und vor allem an dich, Max Moerstedt, zu wenden", begann er sein Statement.
"In meinem Kopf wollte ich gestern lediglich einen Pass zu Max verhindern. Darauf lag mein Fokus, das war meine Intention, ich wollte Max nicht treffen. Auf dem Platz habe ich diese Aktion selbst gar nicht in dem Ausmaß wahrgenommen – das kam erst, als ich die TV-Bilder gesehen habe. Ich bin selbst erschrocken. Das hätte auch anders ausgehen können", so der Mittelfeldspieler.
Kohr entschuldigt sich bei Moerstedt
An Moerstedt gerichtet schrieb Kohr: "Bitte entschuldige – ich bin erleichtert und froh, dass dir nicht mehr passiert ist und du weiterspielen konntest."
So sei "kompromisslos zu verteidigen" ein Teil seiner "fußballerischen DNA. Aber natürlich bin ich auch ein Mensch, der niemals in einen Zweikampf reingeht mit der Absicht, jemanden zu verletzen oder dem Willen, für einen abgewehrten Ball einfach in Kauf zu nehmen, dass mein Gegenspieler zu Schaden kommt", erklärte der Mainzer.
"Ich möchte mich auch entschuldigen bei meiner Mannschaft, die ich gestern hängengelassen habe, und bei unseren Fans, in deren Dienst ich stehe und für die ich immer alles geben will", schrieb Kohr.
Und weiter: "Auch wenn es in der Öffentlichkeit schon anders behauptet worden ist: Ich möchte mich für euch in jeden Zweikampf werfen, aber ich möchte euch nochmals versichern, dass ich niemals jemanden absichtlich verletzten will."
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Gräfe von Foul entsetzt: "Nicht Rot, sondern Schwarz"
Das Foul des 31-Jährigen am Freitagabend hatte zuvor für heftige Reaktionen gesorgt.
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"Auf das Schien- und Wadenbein getreten. Ein brutaler Tritt", urteilte beispielsweise Ex-Referee Manuel Gräfe im "Bild"-Interview: "Das ist eigentlich nicht Rot, das ist Schwarz und das wird das Sportgericht sicherlich auch drastisch sanktionieren.“
Nach Meinung des 52-Jährigen könne man so "nicht agieren". Zudem zog Gräfe einen Vergleich zum früheren Frankfurt-Profi David Abraham: "Das sind Spielertypen, die muss man mehr führen. Da muss man vor allem präventiv regeln."
Schweres Foul an Moerstedt
So könne ein Referee zwar nicht alles verhindern, "aber wenn ein Schiedsrichter eine Chance hat, dann muss er ihm vorher schon sagen, dass er diese dreckige Art nicht akzeptiert. Hart gerne, aber dreckig nicht.“
Kohr hatte im Mittelfeld Hoffenheims Moerstedt hart und mit offener Sohle am Unterschenkel getroffen. Schiedsrichter Sascha Stegemann zeigte erst die Gelbe Karte, sah sich auf Intervention des VAR die Szene aber noch einmal an und zückte dann zurecht Rot.
Dass Kohr dann auch noch anfing, mit dem Unparteiischen zu diskutieren, sorgte nicht nur bei "Sky"-Kommentator Hansi Küpper für Unverständnis: "Bei allem Respekt, kein Spieler fliegt gerne vom Platz. Aber Dominik Kohr sollte in Demut und Reue die Entscheidung hinnehmen, sich bei Moerstedt entschuldigen, vom Platz gehen."
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Dominik Kohr sieht Rot: Amiri hat kein Verständnis
Auch Teamkollege Nadiem Amiri war nach der Partie wenig begeistert von Kohrs Aktion. "Die Szene war nicht so schlau, wir brauchen ihn", sagte der Nationalspieler.
Auf der anschließenden Pressekonferenz äußerten sich auch noch die beiden Trainer zur Roten Karte. "Ich habe die Szene nicht gesehen. Aber alle haben gesagt, dass es nicht klug war", sagte der Mainzer Bo Henriksen: "Ich muss mit Dominik morgen sprechen. Es ist wichtig, dass wir keine Rote Karte bekommen. Wir müssen klug sein in solchen Situationen. Wir können da nicht mit zehn Mann spielen."
Ilzer: "Glasklare Rote Karte"
TSG-Coach Christian Ilzer sprach von einer "glasklaren Roten Karte". Moerstedt habe "seine Spuren davongetragen", so der Österreicher: "Sein Schienbein ist schön abgestempelt worden, wie man so schön sagt. Aber er hat sehr stabile Knochen. Deswegen hat er es außer einem anständigen Bluterguss und ein paar offenen Abschürfungen halbwegs gut überstanden."
Wie lange der Mainzer seinen Teamkollegen fehlen wird, steht noch nicht fest. Mit einer Sperre von einem Spiel dürfte er jedoch sehr wahrscheinlich nicht davonkommen.
Kohr kassierte bisher sechs Ampelkarten, dreimal sah er glatt Rot. In dieser Saison war Kohr bereits im September beim bisher einzigen Saisonsieg der Mainzer in Augsburg (4:1) mit Gelb-Rot vom Platz geflogen.
Damit hatte er mit Nowotny und Luis Gustavo gleichgezogen. Nun ist der 31-Jährige in dieser Wertung alleiniger, unrühmlicher Spitzenreiter.