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Bundesliga

FC Bayern München mit Max Eberl: Führung von Hoeneß' Gnaden

  • Aktualisiert: 29.02.2024
  • 23:09 Uhr
  • Martin Volkmar
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Max Eberl feiert sein Debüt als neuer Bayern-Boss im Spiel beim SC Freiburg. Seinen Job hat er maßgeblich seinem Mentor Uli Hoeneß zu verdanken. Und ist damit nicht der Einzige im Vorstand.

Vom FC Bayern berichtet Martin Volkmar

Als Max Eberl zu Saisonbeginn mit RB Leipzig zum Supercup beim FC Bayern antrat, musste er nicht zum ersten und auch nicht zum letzten Mal Auskunft über sein Verhältnis zu Uli Hoeneß geben.

Er sei, berichtete der damalige Sportchef des DFB-Pokalsiegers, bei einer Stippvisite am Tegernsee "extra eine schlechtere Straße gefahren", um ja nicht durch Hoeneß‘ Wohnort Bad Wiessee zu kommen. Ja, man habe sich sogar darauf geeinigt, "dass wir nicht mal telefonieren".

Auch wenn Eberl damals einen XXL-Umbruch des Leipziger Kaders organisierte und auch noch den Supercup mit einer 3:0-Abreibung aus München entführte, glaubten ihm die RB-Bosse seine vermeintliche Distanz zu den Bayern nur wenige Wochen später nicht mehr und beurlaubten den 50-Jährigen Ende September unmittelbar vor dem Bundesliga-Duell beider Klubs.

Fünf Monate später kehrt Eberl am Freitag beim Gastspiel des Rekordmeisters beim SC Freiburg (ab 20.30 Uhr im Liveticker) wieder auf die große Fußball-Bühne zurück.

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Eberl und Hoeneß: Kommt zusammen, was zusammengehört?

Und es ist keine Überraschung, dass der Schüler schon seit längerem wieder mit seinem Lehrmeister telefoniert und ihn vermutlich auch öfter in Bad Wiessee besucht hat. Denn nun ist zusammengekommen, was zumindest nach Meinung der beiden Bosse zusammengehört.

"Tatsächlich ist Uli Hoeneß mein großes Vorbild, ein Stück weit sogar ein Mentor", schwärmte Eberl schon vor Jahren.

Schon 2017 wollte der Ehrenpräsident den damaligen Gladbacher Sportchef zum FCB holen, der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge hingegen lieber Ex-Kapitän Philipp Lahm als Nachfolger von Matthias Sammer. Der Kompromiss lautete dann: Hasan Salihamidzic.

Seit dessen Rauswurf Ende vergangener Saison war der Posten des Sportvorstands unbesetzt, was man unter anderem am Fehlen einer "Abteilung Attacke" in der Öffentlichkeit bemerkt hat – und nach Meinung von Beobachtern auch an der fehlenden sportlichen Kompetenz.

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Matthäus kritisiert fehlende Sportkompetenz im Bayern-Vorstand

"In vielen Teilen des Vereins fehlt das, was den FC Bayern auch immer ausgemacht hat: Führungskräfte, die auch aus dem Fußball kommen. Es braucht hier Leute, die nicht nur auf Bilanzen gucken, sondern sich auch im Sport auskennen. Bayern München ist keine Bank", sprach Lothar Matthäus mal wieder öffentlich aus, was hinter vorgehaltener Hand viele in der Szene sagen.

Nach der Abberufung von Salihamidzic und Oliver Kahn bildeten bis jetzt neben dem im Sommer scheidenden Marketingfachmann Andreas Jung die beiden Ex-Banker Jan-Christian Dreesen als CEO und Michael Diederich als Finanzboss den Bayern-Vorstand.

"Alle haben erfolgreich gearbeitet, aber keiner von ihnen hat Fußball gespielt", monierte Matthäus: "Die lieben alle den Fußball, aber sie sind eben nicht Hoeneß, Rummenigge oder Beckenbauer."

Mit dem Ex-Profi Eberl, der aus dem Nachwuchs des FC Bayern stammt, ist diese offensichtliche Lücke nun geschlossen.

Eberl: Keine Begeisterung bei Dreesen?

Wenn man gut unterrichteten Kreisen glauben darf, hat das aber vor allem bei Dreesen keineswegs für Begeisterungsstürme gesorgt.

Vielmehr hätte der gebürtige Ostfriese angeblich lieber ohne Eberl im Vorstand weitergearbeitet, an den er nun die Zuständigkeit für den Fußball wieder abgeben muss.

Die Entscheidung für den neuen Sportboss sei demnach weitgehend auf Hoeneß zurückzuführen, der seinen Vertrauten unbedingt auf die vakante Stelle heben wollte.

Auf rauschenden Beifall sei er damit im für die Berufung zuständigen Aufsichtsrat, der mit Ausnahme des vor wenigen Monaten zurückgeholten Rummenigge voller Wirtschafts-, aber ohne Sportkompetenz ist, eher nicht gestoßen, ist zu hören.

Trotzdem stand schon länger fest, dass das Gremium dem Hoeneß-Vorschlag zustimmen werde – aus Mangel an Alternativen sowie Sachkenntnis und um dem Aufsichtsratskollegen nicht vor den Kopf zu stoßen.

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Hoeneß hält weiter die Fäden in der Hand

Die Personalie zeigt aber nicht zum ersten Mal, dass Hoeneß nach wie vor beim FC Bayern die Fäden in der Hand hält.

Schon Dreesen war ja bereits auf Initiative von Hoeneß und Rummenigge zum Vorstandsvorsitzenden geworden und weiß daher vermutlich auch, wem er zu Dank verpflichtet ist und wessen Rückendeckung er braucht.

Ähnlich ist die Konstellation bei Ex-Aufsichtsrat Diederich, den dem Vernehmen nach ebenfalls maßgeblich auf Hoeneß‘ Vorschlag zum Finanzvorstand berufen wurde – als Nachfolger von eben jenem Dreesen, den Kahn unbedingt loswerden wollte.

Daher gilt auch das Verhältnis zwischen Dreesen und Diederich als nicht einfach, weil der eine dem anderen im Amt nachfolgte. Ohnehin behaupten Insider, dass der aktuelle Finanzboss mit seiner distanzierten Art nach wie nicht an der Säbener Straße angekommen ist.

Drohen wieder Grabenkämpfe im Vorstand?

Drohen also wieder ähnliche Grabenkämpfe im Bayern-Vorstand wie unter Kahn? Offiziell will davon erwartungsgemäß niemand etwas wissen.

"Unsere Zusammenarbeit wird vertrauensvoll und zuverlässig sein", sagte Dreesen bei Eberls Vorstellung: "Auch die Führung funktioniert nur als Team."

Klar ist aber auch, dass das künftige Vorstands-Trio weiß, wem es den Job maßgeblich zu verdanken hat: Uli Hoeneß.

Sie werden also alles dafür tun, um sich mit dem Klubpatron vom Tegernsee gutzustellen.

Denn das letzte Mal, als sich Bayern-Vorstände versuchten, von Hoeneß zu emanzipieren – bei der eigenmächtig entschiedenen Trennung von Julian Nagelsmann und der Installierung von Thomas Tuchel – blieben die Verantwortlichen Kahn und Salihamidzic keine zwei Monate mehr im Amt.

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