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Vom Transferflop zum Stürmer Nummer 1

FC Arsenal: Kai Havertz ist wieder Weltklasse! Ein Kommentar

  • Aktualisiert: 25.04.2024
  • 14:50 Uhr
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Kai Havertz ist in Top-Form. Mit seinem Doppelpack gegen den FC Chelsea schließt sich für den Stürmer ein Kreis. Aktuell ist er Stürmer Nummer eins für Arsenal - und die Nationalmannschaft.

Von Kai Esser

Eigentlich wird jeder Spieler, der ein Champions-League-Finale für einen Klub entscheidet, verehrt. Arjen Robben für den FC Bayern München, Lars Ricken für Borussia Dortmund, sogar Divock Origi beim FC Liverpool.

Anders ist das bei Kai Havertz. Der erzielte zwar 2021 das entscheidende Tor im Champions-League-Finale für den FC Chelsea gegen Manchester City, so richtig warm wurde er jedoch nie. Weder mit den Fans der Blues, noch mit dem Verein selbst.

Spätestens nachdem Thomas Tuchel mit Graham Potter - und der wiederum mit Frank Lampard - ersetzt wurde, war das Standing von Havertz, für den Chelsea einst fast 80 Millionen Euro nach Leverkusen überwies, kaputt. Die Fans waren sauer und enttäuscht über Platz zwölf am Ende der Saison und machten den gebürtigen Aachener als Sündenbock aus.

"Es ist schade. Die Zeit hat mich extrem geprägt als junger Mensch, aber am Ende hat es sich in die falsche Richtung für mich entwickelt", erzählte der Angreifer diplomatisch im Podcast "Copa TS". Von außen betrachtet ein Understatement. Havertz wurde bei Chelsea regelrecht rausgeekelt!

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Er war ein Opfer der Shopping-Tour von Neu-Besitzer Todd Boehly. Der kaufte, so sieht es von außen aus, beinahe wahllos teilweise Mittelklasse-Spieler für dutzende Millionen Euro und jagte den Stamm der CL-Sieger-Mannschaft immer mehr vom Hof. "Von den Spielern kenne ich vielleicht noch zwei, drei, mit denen ich Kontakt habe", sagte Havertz. Zur Erinnerung: Sein Abgang ist noch keine zwölf Monate her. Das war kein Umbruch bei Chelsea, sondern extremer und vor allem blinder Aktionismus.

Schlechtester Transfer der Liga? Wechsel zu Arsenal kritisch beäugt

Jener Abgang erfolgte im Sommer 2023. Von Chelsea ging es zu Arsenal, nicht gerade zwei Klubs, die wirklich viel füreinander übrig haben. 60 Millionen Pfund ließ sich Arsenal den Nationalspieler kosten, umgerechnet 75 Millionen Euro.

Unter den Beratern wurde in dem Sommer eine Umfrage durchgeführt. Wer hat den schlechtesten Transfer getätigt? Die meisten Stimmen bekam der Wechsel von Havertz zu Arsenal.

"Wenn man ihn sich anschaut, dann sieht man einfach fehlendes Selbstbewusstsein und auch Qualität", wird ein Spielerberater zitiert. Und tatsächlich hatte der 24-Jährige zu Anfang einen schweren Stand. Lediglich fünf Scorerpunkte gelangen ihm bis zum 24. Spieltag in der Premier League.

Und Trainer Mikel Arteta? Der hielt weiter an ihm fest. "Ich brauche ihn", sagte der Spanier. Entgegen der Fan-Kritik, die es gab. Denn mit einer Feststellung hatte der anonyme Berater durchaus Recht: Selbstvertrauen hatte Havertz wahrlich nicht. Woher auch?

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Havertz zahlt Artetas Vertrauen zurück

Der Angreifer ist jedoch das Paradebeispiel, wieso es sich lohnt, Spielern nachhaltig Vertrauen zu geben, wenn man von ihren Qualitäten überzeugt ist. Mitte Februar explodierte Havertz, in den letzten zehn Premier-League-Spielen gelangen ihm elf Scorerpunkte.

Er spielte gar so gut auf, dass die Fans ihm einen Song widmeten. "60 Million down the drain, Kai Havertz scores again", trällern die Arsenal-Fans mittlerweile regelmäßig auf die Melodie von Shakiras "Waka Waka". Frei übersetzt: 60 Millionen (Pfund) zum Fenster rausgeworfen, aber Kai Havertz trifft schon wieder. Eine Anspielung auf die Expertenkritik aus dem ersten Halbjahr als Gunner.

Dass der Nationalspieler gerade gegen seinen Ex-Klub, der ihn tatsächlich zum Fenster rauswarf, seinen ersten Doppelpack mit der Kanone auf der Brust erzielte, dürfte für den Rheinländer Genugtuung ohne Ende sein. Genau so wie der Umstand, dass der Social-Media-Admin der X-Seite von Chelsea seinen Namen bei den Treffern vorenthielt und nur "Tor für Arsenal" schrieb. Aus Scham? Der wäre jedenfalls angebracht.

Für Havertz schließt sich damit so ein bisschen ein Kreis. Als einer der besten jungen Spieler der Welt kam er zu Chelsea, mit denen er den höchsten Titel im Vereinsfußball gewann, danach jedoch leistungsmäßig abstürzte. Nun ist er, wie er Boehly und Co. nun hautnah bewies, wieder auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Ein formstarker Kai Havertz ist nicht weniger als Weltklasse.

Auch Nagelsmann setzt auf blindes Vertrauen

Inmitten seiner Top-Phase lagen auch die jüngsten DFB-Länderspiele. Die Havertz'schen Zeitlinien könnten fast nicht identischer sein: Ende 2022 war die schwerste Phase für ihn im DFB-Dress. Nicht nur schied er mit der Mannschaft sang- und klanglos bei der WM in Katar nach der Gruppenphase aus, später legte er sich auch noch mit den Fans an, als er die schlechte Stimmung im Land kritisierte. "Das hilft uns auch nicht", sagte er.

Doch analog zu Arsenal hielt der Trainer, in diesem Fall Julian Nagelsmann, 2024 weiter an ihm fest. Nagelsmann, der zuvor ankündigte, klare Rollen festlegen zu wollen, sah Havertz in der Rolle des spielmachenden Mittelstürmers. Der 24-Jährige begann sowohl das Spiel gegen Frankreich (2:0, ein Tor) als auch gegen die Niederlande (2:1). Ein Brustlöser für alle Beteiligten. Fan-Kritik? Auf einmal vergessen! Das gescheiterte Linksverteidiger-Experiment gegen die Türkei? Unter den Teppich gekehrt. Und das ist auch gut so!

Spätestens als "Major Tom" durch die Frankfurter Arena schallte, waren Havertz und seine Teamkollegen auf der Beliebtheitsskala bis zehn mindestens auf einer zwölf. Viel Selbstvertrauen, das er mit in die englische Hauptstadt mitgebracht hat.

Von einem Stürmer-Problem, was in den letzten zehn Jahren über der DFB-Elf waberte, ist aktuell nichts zu merken. Auch, weil hinter Havertz mit Niclas Füllkrug und Deniz Undav zwei weitere treffsichere Angreifer bereitstehen.

Es bleibt nur zu hoffen, dass die Formstärke von Havertz bis zur Europameisterschaft in Deutschland im Sommer anhält.

Dann kann er nämlich vom Held der Arsenal-Fans zum Held der ganzen Bundesrepublik werden.

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