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Olympia 2026 - Alysa Liu Besonderes Comeback der "Rebellin" endet mit Gold
- Aktualisiert: 20.02.2026
- 22:28 Uhr
- Anne Malin
Mit 13 Jahren US-Meisterin im Eiskunstlauf, mit 16 Jahren bei den Olympischen Winterspielen, einen Monat später das Karriereende und mit 20 Jahren doppelte Olympiasiegerin: Das ist Alysa Lius unglaubliche Geschichte.
Von Anne Malin
Als die letzten Noten von "MacArthur Park" verklingen, jubelt Alysa Liu bereits schreiend in die Kamera. Sie wusste, dass sie etwas ganz Besonderes vollbracht hatte. Wenig später war es offiziell: Die 20-Jährige gewinnt mit einer Karrierebestleistung von 226,79 Punkten Eiskunstlauf-Gold und beendet damit Amerikas 24 Jahre lange Durststrecke.
Im Internet werden Videos rund um Liu millionenfach geliked, seit Beginn der Winterspiele verfünffachten sich ihre Instagram-Follower. Die gebürtige Amerikanerin ist unumstritten einer der größten Stars der laufenden Olympischen Spiele, obwohl sie noch vor vier Jahren dem Sport den Rücken zugekehrt hatte.
Wundertalent und Spionage-Opfer
Alysa Liu wurde 2005 geboren und wuchs bei ihrem Vater Arthur Liu auf, der 1989 als politischer Flüchtling aus China in die USA gekommen war. 2018 wurde sie US-amerikanische Juniorenmeisterin und trat ab der Folgesaison mit nur 13 Jahren bei den Erwachsenen an. In dieser Saison kürte sie sich prompt zur jüngsten US-amerikanischen Meisterin im Eiskunstlauf.
Um bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking teilnehmen zu können, mussten die USA Liu und ihrer Familie besonderen Schutz zusichern, da die chinesische Regierung nach Berichten von "AP News" die Familie gezielt ausspionierte. "Wir haben geglaubt, dass Alysa eine gute Chance hat, bei Olympia dabei zu sein, und waren wirklich sehr verängstigt", erzählte Lius Vater. Während der gesamten Spiele wurde Alysa konstant von mindestens zwei Sicherheitskräften begleitet.
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Karrierende mit 16 Jahren
Kurz nach Olympia 2022 gibt die Eiskunstläuferin auf Instagram überraschend ihr Karriereende bekannt. Sie möchte sich mit anderen Dingen beschäftigen, Zeit für Freunde und Familie haben und selbst Kunst machen.
"Als ich 13 Jahre alt war, war ich jeden Tag auf dem Eis. Das war eine unnormale Kindheit", erzählte Liu im Interview mit "60 Minutes" und führte aus: "Meine Trainer haben mir gesagt, wann ich trainieren muss, was ich tragen soll und wie viel ich essen darf." Sie wollte nicht länger fremdbestimmt leben. "Aufzuhören war meine beste Entscheidung jemals."
Rückkehr aus purer Freude
Rund zwei Jahre später gab sie ihr Comeback bekannt: "Ich möchte wieder aus purer Freude skaten. Gewinnen und verlieren hat keinen Einfluss mehr auf mich", begründete Liu ihre Rückkehr. In der Zwischenzeit habe sie erlebt, wer sie außerhalb des Sports sei, ihr Psychologie-Studium angefangen und viele Erfahrungen nachgeholt.
Jetzt werde sie nach ihren eigenen Regeln spielen: "Niemand wird mich mehr aushungern oder mir sagen, was ich essen darf." Sie wurde noch im selben Jahr erneut Weltmeisterin.
Americas Sweetheart
Gefärbte Haare, Gesichtspiercings und Glitzersteine auf den Zähnen: Alysa Liu ist keine typische Eiskunstläuferin. Doch genau dieses Image als "Rebellin" verhalf ihr in den USA zu großer Beliebtheit.
Zudem wird sie oft mit der ebenfalls in Kalifornien geborenen und chinesisch-amerikanischen Athletin Eileen Gu verglichen, die sich nach exorbitanten monetären Anreizen 2019 entschied, China statt die USA zu repräsentieren.
"Eine progressive Tochter von Immigranten gewinnt Gold für Amerika. That is how you make America great again", schrieb ein User auf der Kurznachrichten-Plattform X und bekam dafür über 120.000 Likes.
Als Teil des amerikanischen Eiskunstlaufteams "Blade Angeles" geht sie immer weiter viral. Taylor Swift unterstützt die Athletinnen öffentlich, zusammen mit Amber Glenn sicherte sich Liu Team-Gold.
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Und um dieses unglaubliche Comeback zu vollenden, biss sie nach der Einzel-Kür noch einmal auf Gold. "That is what I am f***** talking about", schrie sie, während der Standing Ovations.
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