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American Football

Super Bowl 2026: Die Schlüsselduelle bei Seahawks vs. Patriots - Wird das Spiel an der Seitenlinie entschieden?

  • Veröffentlicht: 07.02.2026
  • 14:54 Uhr
  • Chris Lugert

Beim Super Bowl 2026 zwischen den New England Patriots und den Seattle Seahawks schaut die NFL-Welt gebannt zu. Die Entscheidung über Sieg oder Niederlage dürfte auch maßgeblich in einigen direkten Duellen fallen.

Von Chris Lugert

Elf Jahre nach dem ersten Super-Bowl-Duell zwischen den New England Patriots und den Seattle Seahawks kommt es in der Nacht von Sonntag auf Montag (ab 00:30 Uhr im Liveticker) zur Revanche. In der 60. Auflage des großen NFL-Endspiels stehen sich beide Teams erneut gegenüber.

Wenngleich die Teamnamen noch dieselben sind, ist von den Protagonisten von einst keiner mehr da. Neue Spieler schreiben die Geschichte fort und wollen sich mit einem Sieg im Levi's Stadium unsterblich machen. Im Fokus stehen dabei nicht nur die offensichtlichen Akteure wie etwa die Quarterbacks.

Stattdessen ist die Partie voll von Matchups und Duellen, die das Spiel maßgeblich in die eine oder die andere Richtung lenken können. Und das betrifft nicht nur die Spieler, sondern auch die Trainer.

ran blickt vor dem großen Spiel auf die Schlüsselduelle zum Super Bowl LX.

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Jaxon Smith-Njigba vs. Christian Gonzalez

Dass Seahawks-Quarterback Sam Darnold in dieser Saison teilweise herausragend aussah und gigantische Zahlen auflegte, hat auch mit seiner bevorzugten Anspielstation zu tun. Wide Receiver Jaxon Smith-Njigba stieg nach dem Abgang von D.K. Metcalf nicht nur zur gefährlichsten Waffe bei Seattle auf, sondern zu einem der besten Receiver der gesamten NFL. Mit 1.793 Receiving Yards in der Regular Season führte "JSN" die Liga an.

Offensive Coordinator Klint Kubiak setzte den 23-Jährigen deutlich häufiger außen ein als seine Vorgänger, die Smith-Njigba primär im Slot platzierten. Der Passempfänger kann beide Rollen herausragend spielen und zeigte seine Wichtigkeit im NFC Championship Game gegen die Los Angeles Rams, als er zwölf Bälle für 153 Yards und einen Touchdown fing. Ein starker Smith-Njigba wäre für die Seahawks ein wichtiger Baustein im Super Bowl.

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Das wissen natürlich auch die Patriots, die allerdings ein passendes Gegenmittel haben. Denn ihr Cornerback Christian Gonzalez ist wie gemacht, um derjenige zu sein, der Smith-Njigba zumindest über weite Strecken des Spiels unter Kontrolle behält. In der laufenden Saison wurden 76 Pässe Richtung Gonzalez geworfen, nur 46 Prozent der Versuche fanden ihr Ziel. Einen Touchdown ließ Gonzalez in Manndeckung nur einmal zu.

Mit "Gonzo" auf dem Platz kassierten die Patriots in dieser Saison nur eine einzige Niederlage, nachdem er die ersten drei Saisonspiele verletzt verpasst hatte. Doch zur Wahrheit gehört auch: Mit einem Receiver der Klasse eines Smith-Njigba bekam es der Passverteidiger in dieser Spielzeit kaum zu tun. Auf der größten Bühne von allen trägt Gonzales besonders viel Verantwortung, um seinem Team zu helfen.

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Milton Williams & Christian Barmore vs. Grey Zabel & Anthony Bradford

Die Patriots dürften wohl nur dann eine Chance auf den Sieg haben, wenn sie es schaffen, bei der Offense der Seahawks Turnover zu provozieren. Und das geht am besten über Druck auf Darnold, der zwar gegen die Los Angeles Rams zuletzt gegen Pressure herausragend spielte, aber dennoch immer noch ein Wackelkandidat ist. Schnell kann ein Fumble kreiert werden oder der Seahawks-Quarterback entscheidet sich für einen fatalen Wurf.

Die besten Ansatzpunkte dafür haben die Patriots mit ihrer Interior Defensive Line um die beiden Defensive Tackles Milton Williams und Christian Barmore. Ab Mitte November fehlte Williams verletzt, was der Defense der Patriots auch deutlich anzumerken war. In Woche 18 kehrte er zurück und spielte danach überragende Playoffs. Allein im Wild Card Game gegen die Los Angeles Chargers gelangen ihm zwei Sacks.

Gemeinsam mit dem nicht minder starken Barmore geht es jetzt gegen ein angreifbares Guard-Duo der Seahawks. Grey Zabel hatte als Rookie Höhen und Tiefen, Anthony Bradford dagegen ist die klare Schwachstelle in der Offensive Line von Seattle. "PFF" rankt den 24-Jährigen auf Rang 70 unter 81 Guards in der NFL. Im Saisonverlauf ließ er 28 Pressures, fünf Hits und drei Sacks gegen den Quarterback zu.

Doch nicht nur im Passspiel könnten diese zwei Duelle eine entscheidende Rolle einnehmen, sondern ebenso im Laufspiel. Zabel und Bradford sind gemeinsam mit Center Jalen Sundell die wichtigsten Run Blocker. Können Williams und Barmore hier dominieren und die Offense am Boden kontrollieren, würde den Seahawks ein wichtiges Element fehlen, das besonders in den beiden Playoff-Spielen ein relevanter Faktor war.

Pass Rush der Seahawks vs. Will Campbell

Doch auch auf der anderen Seite des Balls dürften die beiden Lines schnell in den Fokus rücken. Die Seahawks verfügen in der Breite über den vielleicht gefährlichsten Pass Rush der gesamten NFL, statt eines Starspielers ist es hier die Rotation, die den Unterschied macht. Und das sind keine guten Nachrichten für Left Tackle Will Campbell aufseiten der Patriots. Denn auf den könnte ein hartes Spiel warten.

Der Rookie wirkte in den Playoffs gegen die starken Defenses der Chargers, Houston Texans und Denver Broncos mehrfach latent überfordert. Gegen Seattle wird es nun kaum einfacher, eher im Gegenteil. Es ist zu erwarten, dass die Seahawks gerade die linke Seite der Offensive Line von New England um Campbell konsequent attackieren werden.

NFL - Injury Update vor dem Super Bowl: Seattle Seahawks geben Entwarnung bei Super-Rookie

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<em><strong>Nick Emmanwori (Seattle Seahawks)</strong><br>Glück im Unglück für Nick Emmanwori und die Seattle Seahawks! Nachdem sich der Safety im Training am Knöchel verletzt hatte, gab es nun Entwarnung. Der 21 Jahre alte Rookie, der überragende Playoffs gespielt hat, meldete sich selbst fit. "Ich bin bereit", sagte er. Head Coach Mike Macdonald erklärte zuvor, Emmanwori habe sich nur eine leichte Verstauchung des Knöchels zugezogen.</em>
© Imagn Images

Nick Emmanwori (Seattle Seahawks)
Glück im Unglück für Nick Emmanwori und die Seattle Seahawks! Nachdem sich der Safety im Training am Knöchel verletzt hatte, gab es nun Entwarnung. Der 21 Jahre alte Rookie, der überragende Playoffs gespielt hat, meldete sich selbst fit. "Ich bin bereit", sagte er. Head Coach Mike Macdonald erklärte zuvor, Emmanwori habe sich nur eine leichte Verstauchung des Knöchels zugezogen.

<strong>Drake Maye (New England Patriots)</strong><br>Sollte es noch einen Zweifel an der Einsatzfähigkeit von Drake Maye im Super Bowl gegeben haben, so hat er diese nun endgültig beseitigt: "Ich fühle mich gut. Ich habe gestern geworfen und ich werde bei 100 Prozent sein", kündigte der MVP-Kandidat an. Im Training am Mittwoch war er erstmals wieder uneingeschränkt dabei.
© Getty Images via AFP

Drake Maye (New England Patriots)
Sollte es noch einen Zweifel an der Einsatzfähigkeit von Drake Maye im Super Bowl gegeben haben, so hat er diese nun endgültig beseitigt: "Ich fühle mich gut. Ich habe gestern geworfen und ich werde bei 100 Prozent sein", kündigte der MVP-Kandidat an. Im Training am Mittwoch war er erstmals wieder uneingeschränkt dabei.

<strong>Robert Spillane (New England Patriots)</strong><br>Middle Linebacker Robert Spillane, der in der Defense auch die Plays ansagt, musste die Partie in Denver bereits mit einer Knöchelverletzung verlassen. Seit der Ankunft des Teams in San Francisco hat der Kapitän der Defense noch nicht einmal trainiert.
© ZUMA Press Wire

Robert Spillane (New England Patriots)
Middle Linebacker Robert Spillane, der in der Defense auch die Plays ansagt, musste die Partie in Denver bereits mit einer Knöchelverletzung verlassen. Seit der Ankunft des Teams in San Francisco hat der Kapitän der Defense noch nicht einmal trainiert.

<strong>Josh Allen (Buffalo Bills)</strong><br>Josh Allen hat fast zwei Wochen nach der knappen 33:30-Niederlage seiner Buffalo Bills gegen die Denver Broncos verraten, dass er mit einem gebrochenen Knochen im Fuß auf dem Feld gestanden habe: "Es war keine optimale Situation und schmerzhaft während der letzten Wochen." Der Quarterback fügte hinzu, dass es eine alte Verletzung sei, die in Woche 16 gegen die Browns wieder aufgebrochen sei. Nun konnte er operiert werden und wird voraussichtlich zum Saisonstart bereit stehen.
© 2026 Getty Images

Josh Allen (Buffalo Bills)
Josh Allen hat fast zwei Wochen nach der knappen 33:30-Niederlage seiner Buffalo Bills gegen die Denver Broncos verraten, dass er mit einem gebrochenen Knochen im Fuß auf dem Feld gestanden habe: "Es war keine optimale Situation und schmerzhaft während der letzten Wochen." Der Quarterback fügte hinzu, dass es eine alte Verletzung sei, die in Woche 16 gegen die Browns wieder aufgebrochen sei. Nun konnte er operiert werden und wird voraussichtlich zum Saisonstart bereit stehen.

<strong>Zach Charbonnet (Seattle Seahawks)</strong><br>Schlimme Nachricht für die Seattle Seahawks: Running Back Zach Charbonnet hat sich entgegen erster optimistischer Prognosen doch schwer verletzt. Der 25-Jährige zog sich beim Blowout-Sieg gegen die San Francisco 49ers in der Divisional Round einen Kreuzbandriss zu und wird nicht nur die restlichen Playoffs, sondern wohl auch einen erheblichen Teil der kommenden Saison verpassen.
© Imagn Images

Zach Charbonnet (Seattle Seahawks)
Schlimme Nachricht für die Seattle Seahawks: Running Back Zach Charbonnet hat sich entgegen erster optimistischer Prognosen doch schwer verletzt. Der 25-Jährige zog sich beim Blowout-Sieg gegen die San Francisco 49ers in der Divisional Round einen Kreuzbandriss zu und wird nicht nur die restlichen Playoffs, sondern wohl auch einen erheblichen Teil der kommenden Saison verpassen.

Quarterback Drake Maye dürfte besonders über seine Blind Side regelmäßig unter Druck stehen, was die Gefahr von Fumbles erhöht. Sechsmal ließ Maye den Ball allein in den Playoffs fallen, dreimal resultierte der Fumble auch in einem Turnover. Solche Ballverluste dürfen sich die Patriots im Super Bowl nicht erlauben, um eine Chance auf den Sieg zu haben.

Doch nicht nur Fumbles sind ein möglicher Faktor, schon die Sacks allein könnten das Spiel womöglich entscheiden. Allein in den laufenden Playoffs wurde Maye schon 15-mal gesackt, das entspricht fünf Sacks im Schnitt pro Spiel. Bekommt Campbell keine Hilfe und schafft es die Offensive Line der Patriots nicht, Maye besser zu beschützen, könnte New England ein Fiasko drohen.

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Nick Emmanwori vs. Stefon Diggs

Was Smith-Njigba für die Seahawks ist, ist Stefon Diggs - wenn auch auf nicht ganz so herausragendem Niveau - für die Patriots. Mit 1.013 Receiving Yards in der Regular Season führte er die Patriots deutlich an, er ist für den immer noch jungen Maye die zuverlässigste, weil erfahrenste Anspielstation.

Im ersten Super Bowl seiner großen Karriere will sich der 32-Jährige nicht nur persönlich krönen. Er muss es schaffen, Maye in kritischen Momenten Completions zu ermöglichen. Zugleich könnte er als Receiver, der hauptsächlich im Slot eingesetzt wird, der Gegenspieler von Nick Emmanwori werden.

Der Rookie-Safety spielt herausragende Playoffs, ist jedoch immer noch ein Neuling in der NFL. Diggs hingegen kennt alle Tricks, die es braucht, um sich als Receiver einen Vorteil zu verschaffen. Ein wichtiger Punkt: Emmanwori verletzte sich unter der Woche im Training am Knöchel. Zwar wird der 21-Jährige spielen, dennoch bleibt die Frage, ob er wirklich zu 100 Prozent fit ist oder von Schmerzen beeinträchtigt wird.

Allerdings müsste sich Diggs im Vergleich zu den drei bisherigen Playoff-Spielen deutlich steigern, will er einen Einfluss auf den Super Bowl nehmen. Seine 40 Yards aus dem Texans-Spiel in der Divisional Round waren das höchste der Gefühle. Das wird nicht reichen, um den Patriots zum Sieg zu verhelfen.

Mike Macdonald vs. Josh McDaniels

Natürlich wird ein NFL-Spiel und auch der Super Bowl durch die Trainer und Koordinatoren mitentschieden. Das Aufeinandertreffen zwischen den Seahawks und den Patriots dürfte vor allem auch ein Duell zwischen Mike Macdonald und Josh McDaniels werden. Macdonald, Head Coach und defensiver Playcaller der Seahawks, will die Ideen von Patriots-OC McDaniels kontern und umgekehrt.

Der Erfahrungsvorteil liegt dabei klar aufseiten von McDaniels. Bei allen sechs Super-Bowl-Siegen der Patriots war er mit dabei, dreimal hatte der heute 49-Jährige als Offensive Coordinator und Playcaller maßgeblichen Anteil am Ausgang des Spiels. McDaniels weiß also genau, worauf es bei einem Super Bowl ankommt. Für Macdonald wiederum ist es das erste Mal beim größten Spiel des Jahres.

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Dass die Seahawks eine der besten Defenses der Liga haben, geht maßgeblich auf die herausragende Arbeit von Macdonald zurück. Doch während er es etwa geschafft hat, Kyle Shanahan wiederholt zu entzaubern, bekam er im NFC Championship Game gegen die Rams von Sean McVay die Grenzen aufgezeigt. Die Frage ist nicht nur, wer von beiden den besseren Gameplan hat. Es geht auch darum, wer sich im Spiel besser anpassen kann.

Mike Vrabel wiederum, Head Coach der Patriots, hat mit dem Playcalling bei New England nichts zu tun. Dennoch dürfte auch er Einfluss auf das Spiel nehmen. Schließlich müssen in einem Spiel wichtige Entscheidungen getroffen werden, etwa der Zeitpunkt von Timeouts, Challenges oder die Frage, ob ein vierter Versuch ausgespielt wird oder nicht. In einem engen Spiel kann das am Ende den Ausschlag geben.

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