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Bundesliga

Hertha BSC: Sneaker-Millionär Timoshin will als Präsident den "Saustall aufräumen"

  • Aktualisiert: 08.11.2024
  • 13:47 Uhr
  • Oliver Jensen
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Der als "Sneaker-Millionär" bekannte Stepan Timoshin will Präsident von Hertha BSC werden. Im Interview mit ran spricht er über seine Pläne und macht den Verantwortlichen scharfe Vorwürfe.

Das Interview führte Oliver Jensen

Er ist erst 23 Jahre alt und möchte die Lösung für die Probleme von Hertha BSC sein. Stepan Timoshin steht bei der Mitgliederversammlung am 17. November als Präsidentschaftskandidat zur Wahl.

Trotz seines jungen Alters bringt er viel unternehmerische Erfahrung mit. Mit dem An- und Verkauf von Sneakern verdiente er ein Vermögen und war danach auch als Start-Up-Unternehmer erfolgreich.

Im exklusiven Interview mit ran verrät Timoshin, was bei der Hertha in den vergangenen Jahren schiefgelaufen ist und wie er den Verein auf Erfolgskurs bringen möchte. Dabei geht er mit den Verantwortlichen der Gegenwart und jüngeren Vergangenheit hart ins Gericht.

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ran: Herr Timoshin, Sie sind ein erfolgreicher Unternehmer, allerdings auch noch relativ jung. Warum sind Sie überzeugt davon, dass Sie der richtige Präsident für die Hertha wären?

Stepan Timoshin: Das Alter ist doch nicht das Entscheidende. Es geht um die Erfahrung. Auch wenn ich erst 23 bin, habe ich schon einiges gemacht. Ich habe mehrere Unternehmen hochgezogen, habe den Krebs besiegt und eine Scheidung durchgemacht. Außerdem bringe ich frischen Wind und eine neue Perspektive mit. Deswegen glaube ich, dass mein Alter ein großer Vorteil ist. Bei mir gibt es kein: "Das haben wir schon immer so gemacht." Bei mir zählt der Erfolg. Ich habe den Mut aufzuräumen und bin unabhängig genug, um genau das zu tun.

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Timoshin als "Sneaker-Millionär" bekannt

ran: Bevor wir über die Hertha sprechen, erzählen Sie uns ein bisschen was über sich. Sie sind in den Medien vor allem als "Sneaker-Millionär" bekannt. Wie genau sah Ihr bisheriger Werdegang aus?

Timoshin: Ich habe im Alter von 14 Jahren angefangen zu arbeiten und meine Mutter unterstützt. Dann entdeckte ich meine Liebe zu Sneakern und habe Schuhe angekauft und verkauft. Daraus entwickelte sich mein erstes Unternehmen. Heute fokussiere ich mich auf meine Arbeit für Start-ups.

ran: Und wie entstand Ihre Liebe zur Hertha?

Timoshin: Als kleiner Junge nahm mich mein Vater mit ins Olympiastadion. Das war damals für mich keine einfache Zeit. Ich kam mit sieben Jahren von Lettland nach Deutschland, kannte die Sprache nicht und fühlte mich nicht integriert. Aber wenn ich gekickt habe oder im Stadion saß, fühlte ich mich integriert. Das half mir letztendlich auch beim Lernen der Sprache. Heute bin ich der Hertha sehr dankbar und will etwas zurückgeben.

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Bundesliga-Transfergerüchte: VfB Stuttgart klopft wohl bei deutschem Youngster an

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<em><strong>Brajan Gruda (Brighton &amp; Hove Albion)</strong><br>Einem Bericht von "sky" zufolge beschäftigt sich der VfB Stuttgart mit Brajan Gruda. Der ehemalige Mainzer sei demnach nicht zufrieden mit seiner Spielzeit bei Brighton. Aus diesem Grund erhoffen sich die Schwaben wohl eine Leihe des Youngsters. Die Seagulls sollen jedoch weiter mit ihm planen. Neben Stuttgart zeigen dem Sportsender zufolge auch weitere Klubs Interesse am Deutschen - darunter auch mehrere Bundesligisten.</em>
© IMAGO/Shutterstock

Brajan Gruda (Brighton & Hove Albion)
Einem Bericht von "sky" zufolge beschäftigt sich der VfB Stuttgart mit Brajan Gruda. Der ehemalige Mainzer sei demnach nicht zufrieden mit seiner Spielzeit bei Brighton. Aus diesem Grund erhoffen sich die Schwaben wohl eine Leihe des Youngsters. Die Seagulls sollen jedoch weiter mit ihm planen. Neben Stuttgart zeigen dem Sportsender zufolge auch weitere Klubs Interesse am Deutschen - darunter auch mehrere Bundesligisten.

<strong>Piero Hincapie (Bayer Leverkusen)</strong><br>Im Werben um Piero Hincapie hat Tottenham Hotspur laut Fabrizio Romano nun ein neues Angebot unterbreitet. Demnach soll der 23-jährige Ecuadorianer bis zum Sommer 2026 zunächst ausgeliehen werden und anschließend per Kauverpflichtung fest nach London wechseln. Als Ablösesumme werden 60 Millionen Euro genannt, also exakt die Höhe der angeblichen Ausstiegsklausel im noch bis 2029 laufenden Vertrag des Verteidigers. Auch der FC Arsenal ist an Hincapie dran.
© IMAGO/Vitalii Kliuiev

Piero Hincapie (Bayer Leverkusen)
Im Werben um Piero Hincapie hat Tottenham Hotspur laut Fabrizio Romano nun ein neues Angebot unterbreitet. Demnach soll der 23-jährige Ecuadorianer bis zum Sommer 2026 zunächst ausgeliehen werden und anschließend per Kauverpflichtung fest nach London wechseln. Als Ablösesumme werden 60 Millionen Euro genannt, also exakt die Höhe der angeblichen Ausstiegsklausel im noch bis 2029 laufenden Vertrag des Verteidigers. Auch der FC Arsenal ist an Hincapie dran.

<strong>Ahmed Kutucu (Galatasaray Istanbul)</strong><br>Der FC Schalke 04 denkt laut dem türkischen Fernsehsender "Sky Spor" über eine Rückkehr von Ex-Talent Ahmed Kutucu nach. Demnach sollen die Gelsenkirchener für den Stürmer sogar schon ein Angebot bei Galatasaray Istanbul abgegeben haben. Der 25-Jährige konnte sich beim türkischen Topklub nicht durchsetzen, ...
© IMAGO/Anadolu Agency

Ahmed Kutucu (Galatasaray Istanbul)
Der FC Schalke 04 denkt laut dem türkischen Fernsehsender "Sky Spor" über eine Rückkehr von Ex-Talent Ahmed Kutucu nach. Demnach sollen die Gelsenkirchener für den Stürmer sogar schon ein Angebot bei Galatasaray Istanbul abgegeben haben. Der 25-Jährige konnte sich beim türkischen Topklub nicht durchsetzen, ...

<strong>Ahmed Kutucu (Galatasaray Istanbul)</strong><br>... war aber in der Vorsaison als Leihspieler für Eyüpspor mit acht Toren und sieben Vorlagen in 18 Partien sehr erfolgreich. Bei Galatasaray hat Kutucu noch einen Vertrag bis 2028. Der gebürtige Gelsenkirchener verließ Schalke im Sommer 2021 nach&nbsp;52&nbsp;Pflichtspiel-Einsätzen in Richtung Basaksehir.
© imago images / DeFodi

Ahmed Kutucu (Galatasaray Istanbul)
... war aber in der Vorsaison als Leihspieler für Eyüpspor mit acht Toren und sieben Vorlagen in 18 Partien sehr erfolgreich. Bei Galatasaray hat Kutucu noch einen Vertrag bis 2028. Der gebürtige Gelsenkirchener verließ Schalke im Sommer 2021 nach 52 Pflichtspiel-Einsätzen in Richtung Basaksehir.

<strong>Julian Weigl (Borussia Mönchengladbach)</strong><br>Für Julian Weigl (r.) läuft es bei der Borussia kurz vor dem Start der Bundesliga-Saison alles andere als rund. Im Pokalspiel gegen Delmenhorst schmorte er 90 Minuten auf der Bank. Jetzt machen schon Meldungen von einem bevorstehenden Abschied die Runde. Nach "Sky"-Informationen hat der saudische Klub Al-Shabab bei den Gladbachern wegen Weigl vorgefühlt ...
© fohlenfoto

Julian Weigl (Borussia Mönchengladbach)
Für Julian Weigl (r.) läuft es bei der Borussia kurz vor dem Start der Bundesliga-Saison alles andere als rund. Im Pokalspiel gegen Delmenhorst schmorte er 90 Minuten auf der Bank. Jetzt machen schon Meldungen von einem bevorstehenden Abschied die Runde. Nach "Sky"-Informationen hat der saudische Klub Al-Shabab bei den Gladbachern wegen Weigl vorgefühlt ...

<strong>Julian Weigl (Borussia Mönchengladbach)</strong><br>Demzufolge sei nicht nur Weigl grundsätzlich bereit für diesen Schritt, auch die Borussia soll dem Mittelfeldspieler bei einem entsprechenden Angebot keine Steine in den Weg legen wollen. Das aber hörte sich bei Roland Virkus noch etwas anders an. "Wir wollen Julian nicht abgeben", sagte der Sportchef der&nbsp;"Rheinischen Post".
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Julian Weigl (Borussia Mönchengladbach)
Demzufolge sei nicht nur Weigl grundsätzlich bereit für diesen Schritt, auch die Borussia soll dem Mittelfeldspieler bei einem entsprechenden Angebot keine Steine in den Weg legen wollen. Das aber hörte sich bei Roland Virkus noch etwas anders an. "Wir wollen Julian nicht abgeben", sagte der Sportchef der "Rheinischen Post".

<strong>Harvey Elliott (FC Liverpool)</strong><br>Harvey Elliott soll offen für einen Wechsel zu RB Leipzig sein, berichtet "Sky". Mit dem 22-jährigen Liverpool-Talent stehen die Sachsen wohl bereits kurz vor einer Einigung. Erst danach würden konkrete Gespräche mit den "Reds" folgen. Die Ablöse könnte dabei über 50 Millionen Euro liegen und durch den wahrscheinlichen Abgang von Xavi Simons finanziert werden.
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Harvey Elliott (FC Liverpool)
Harvey Elliott soll offen für einen Wechsel zu RB Leipzig sein, berichtet "Sky". Mit dem 22-jährigen Liverpool-Talent stehen die Sachsen wohl bereits kurz vor einer Einigung. Erst danach würden konkrete Gespräche mit den "Reds" folgen. Die Ablöse könnte dabei über 50 Millionen Euro liegen und durch den wahrscheinlichen Abgang von Xavi Simons finanziert werden.

<strong>Clement Akpa (AJ Auxerre)</strong><br>Bei Eintracht Frankfurt läuft nach dem Abgang von Tuta zu Al-Duhail die Suche nach einem Nachfolger für den Brasiilaner. Laut "L’Equipe" sollen die Hessen deshalb Interesse an Clement Akpa von AJ Auxerre haben. Der 23 Jahre alte Innenverteidiger hat beim Ligue-1-Klub noch einen Vertrag bis zum Sommer 2027, lief in der zurückliegenden Saison 31 Mal für den früheren Meister auf.
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Clement Akpa (AJ Auxerre)
Bei Eintracht Frankfurt läuft nach dem Abgang von Tuta zu Al-Duhail die Suche nach einem Nachfolger für den Brasiilaner. Laut "L’Equipe" sollen die Hessen deshalb Interesse an Clement Akpa von AJ Auxerre haben. Der 23 Jahre alte Innenverteidiger hat beim Ligue-1-Klub noch einen Vertrag bis zum Sommer 2027, lief in der zurückliegenden Saison 31 Mal für den früheren Meister auf.

<strong>Aurele Amenda (Eintracht Frankfurt)</strong><br>Nachdem Tuta die Eintracht bereits in Richtung Katar verlassen hat, droht nun wohl auch der Abgang von Aurele Amenda. Laut einem "Bild"-Bericht zeigt der FC Turin vermehrt Interesse an dem Verteidiger aus Frankfurt. Demnach sollen die Verhandlungen bereits weit fortgeschritten sein. Die Ablöse beläuft sich wohl auf elf Millionen Euro. Der Transfer würde durchaus überraschend kommen: Erst zum Vorbereitungsstart prophezeite Dino Toppmöller dem Schweizer eine "größere Rolle" in der neuen Saison.
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Aurele Amenda (Eintracht Frankfurt)
Nachdem Tuta die Eintracht bereits in Richtung Katar verlassen hat, droht nun wohl auch der Abgang von Aurele Amenda. Laut einem "Bild"-Bericht zeigt der FC Turin vermehrt Interesse an dem Verteidiger aus Frankfurt. Demnach sollen die Verhandlungen bereits weit fortgeschritten sein. Die Ablöse beläuft sich wohl auf elf Millionen Euro. Der Transfer würde durchaus überraschend kommen: Erst zum Vorbereitungsstart prophezeite Dino Toppmöller dem Schweizer eine "größere Rolle" in der neuen Saison.

<strong>Min-jae Kim (FC Bayern München)</strong><br>Die Zukunft von Min-jae Kim bleibt wohl weiterhin ungewiss. Dem "Kicker" zufolge gehört der Innenverteidiger zu den Abgangskandidaten beim FC Bayern München. Ein Verkauf könnte sich aber als schwierig herausstellen, da das Gehalt des Südkoreaners viele Interessenten abschrecken soll. Zudem fordern die Münchner laut dem Bericht eine hohe Ablöse für Kim. Sollte der 28-Jährige dennoch gehen, wird der deutsche Rekordmeister wohl selbst noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv.
© IMAGO/Ulmer/Teamfoto

Min-jae Kim (FC Bayern München)
Die Zukunft von Min-jae Kim bleibt wohl weiterhin ungewiss. Dem "Kicker" zufolge gehört der Innenverteidiger zu den Abgangskandidaten beim FC Bayern München. Ein Verkauf könnte sich aber als schwierig herausstellen, da das Gehalt des Südkoreaners viele Interessenten abschrecken soll. Zudem fordern die Münchner laut dem Bericht eine hohe Ablöse für Kim. Sollte der 28-Jährige dennoch gehen, wird der deutsche Rekordmeister wohl selbst noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv.

<strong>Sacha Boey (FC Bayern München)</strong><br>In der Personalie Sacha Boey scheint es beim FC Bayern wohl zu einem Umdenken gekommen zu sein. Laut dem "Kicker" denkt man nun doch über einen Verbleib des Rechtsverteidigers nach. Intern scheint es aber Uneinigkeiten zu geben. Demnach soll sich Vincent Kompany immer mehr mit dem Franzosen anfreunden. Max Eberl bezeichnete die Situation auf der Rechtsverteidiger-Position jedoch als Luxus. Zuletzt waren sowohl Galatasaray Istanbul als auch Olympique Marseille interessiert - mittlerweile ist die Lage aber ruhig.
© IMAGO/Icon Sportswire

Sacha Boey (FC Bayern München)
In der Personalie Sacha Boey scheint es beim FC Bayern wohl zu einem Umdenken gekommen zu sein. Laut dem "Kicker" denkt man nun doch über einen Verbleib des Rechtsverteidigers nach. Intern scheint es aber Uneinigkeiten zu geben. Demnach soll sich Vincent Kompany immer mehr mit dem Franzosen anfreunden. Max Eberl bezeichnete die Situation auf der Rechtsverteidiger-Position jedoch als Luxus. Zuletzt waren sowohl Galatasaray Istanbul als auch Olympique Marseille interessiert - mittlerweile ist die Lage aber ruhig.

ran: Zurück zur Hertha, die in den vergangenen Jahren viel Geld "verbraten" hat. 374 Millionen Euro kamen von Investor Lars Windhorst, danach rund 75 Millionen Euro von 777. Dennoch spielt der Verein nun die zweite Saison in der 2. Bundesliga und steht auch dort lediglich im Mittelfeld. Wie ist das Ihrer Ansicht nach zu erklären?

Timoshin: Man hat es geschafft, die größte Geldverbrennungsanlage Deutschlands zu installieren. Das ist der Wahnsinn. Der Grund ist, dass der Verein keine funktionierenden Strukturen hat. Wer Geld ins Chaos steckt, kann dabei zugucken, wie es verbrannt wird. Es ist eine Meisterleistung, dass Fabian Drescher (kommissarischer Präsident, Anm.d.Red.) es geschafft hat, sich von diesem Desaster in der Wahrnehmung freizusprechen, obwohl er seit acht Jahren dabei ist – genauso wie viele andere handelnde Personen auch. Das entspricht einfach nicht meiner Vorstellung von Führung und Verantwortung. Wenn ich Fehler mache, stehe ich dafür gerade.

ran: Wo ist das ganze Geld Ihrer Einschätzung nach hingeflossen?

Timoshin: Dazu möchte ich mich jetzt noch nicht äußern. Sollte ich als Präsident gewinnen, würde ich mit meiner ersten Amtshandlung sofort eine Untersuchung starten und für jedes Hertha-Mitglied aufklären, wohin das Geld geflossen ist. Es gibt ja viele Vermutungen: Das Darlehen von KKR, das Darlehen von Werner Gegenbauer (Ex-Präsident, Anm.d.Red.), Transfers, Gehälter – bei der Hertha wurde viel Wahnsinn getrieben.

Hertha hat viele Probleme

ran: Es scheint so, als würden sämtliche Fußball-Größen an der Hertha scheitern. Jürgen Klinsmann trat zurück und zerlegte den Verein in einem an die Öffentlichkeit geratenen Arbeitsbericht. Fredi Bobic lag bei Eintracht Frankfurt gefühlt mit allen Personalentscheidungen richtig – bei der Hertha gefühlt immer falsch. Felix Magath hielt den Verein 2022 zwar in der Bundesliga, sprach aber von der "schwierigsten Aufgabe" seiner Karriere. Warum funktioniert der Verein einfach nicht?

Timoshin: Weil einfach neues Geld reingepumpt wurde, ohne professionelle Strukturen zu haben. Das würde genauso weitergehen, wenn wir die Strukturen nicht ändern. Jeder neue Geldgeber und jeder neue Mitarbeiter bringt dann neue Leute und eigene Interessen mit. Alle Namen, die Sie gerade erwähnt haben, kamen ja nicht alleine. Selbst wenn die Leute entlassen wurden, blieb das Team um sie herum im Verein. Und für die stand nicht das Interesse der Hertha an erster Stelle.

ran: Sie prangerten bereits öffentlich Seilschaften und Korruptionen an. Was genau ist damit gemeint?

Timoshin: In den vergangenen Jahren wurde sehr viel Geld verbrannt. Das geschah in unauffälliger Intransparenz und teilweise mit krummen Deals und alten Seilschaften. Das hat nichts mit einer modernen und transparenten Vereinsführung zu tun. Die Mitglieder schauen bei der Hertha in eine Blackbox und sind zurecht sauer. Deshalb verspreche ich: Ich werde aufräumen und diesen Saustall ausmisten. Dazu werde ich direkt nach meiner Wahl einen Untersuchungsausschuss einsetzen, der dieses Millionengrab ganz genau aufarbeitet.

ran: Bei der Hertha gab es einst die Vision von einem "Big City Club". War das vielleicht zu groß gedacht?

Timoshin: Ja, der Big-City-Club-Wahnsinn war für mich vergleichbar mit einem Lotto-Millionär, der plötzlich an das große Geld gekommen ist. Hertha BSC spielte vorher ohne dieses Geld europäisch und war ein etablierter Erstligist. Dann kam das große Geld, aber es kam keine Struktur und Transparenz. Das Ding wurde völlig gegen die Wand gefahren. Hinzu kommt: Diese gesamte Vision rund um den Big-City-Club wurde uns Fans übergestülpt, das kam von außen. Da ist viel Vertrauen verloren gegangen.

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Timoshin würde eigenes Geld investieren

ran: Hertha muss im November 2025 eine Anleihe über 40 Millionen Euro zurückzahlen. Wo soll das Geld hergenommen werden?

Timoshin: Wir müssen neue Gelder in den Verein bringen - aber nicht durch weltweit große Investoren, sondern durch Unternehmer, die auch abseits des schnellen Geldes ein Interesse an Hertha BSC haben. Ich bin der einzige Kandidat, der eine unternehmerische Lösung für die 40 Millionen Euro Anleihe hat. Durch mein Netzwerk habe ich viele Unternehmer zusammengetrommelt, die bereit sind, ihr Geld an die Hertha zu spenden - ohne Zinsen oder irgendwelche Rückzahlungen.

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Üble Gesichtsverletzung bei Barcelona-Talent Pau Cubarsi: Die schlimmsten Horrorverletzungen im Fußball

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<strong>Pau Cubarsi: Champions League, 2024: Roter Stern - FC Barcelona</strong><br>Beim 5:2-Sieg des FC Barcelona in Belgrad musste Talent Pau Cubarsi vorzeitig vom Feld  und das aus gutem Grund. Der 17-Jährige bekam einen Tritt von Gegenspieler Uros Spajic gegen den Kopf. Die Folge: Ein komplett lädiertes Gesicht, mehrere blutenden Stellen. Es brauchte zehn Stiche, um alle Wunden Cubarsis zu schließen.
© Getty Images/twitter@FCBarcelona

Pau Cubarsi: Champions League, 2024: Roter Stern - FC Barcelona
Beim 5:2-Sieg des FC Barcelona in Belgrad musste Talent Pau Cubarsi vorzeitig vom Feld und das aus gutem Grund. Der 17-Jährige bekam einen Tritt von Gegenspieler Uros Spajic gegen den Kopf. Die Folge: Ein komplett lädiertes Gesicht, mehrere blutenden Stellen. Es brauchte zehn Stiche, um alle Wunden Cubarsis zu schließen.

<strong>Kai Havertz: Champions League, 2024: Inter Mailand - FC Arsenal</strong><br>Bei einem Zusammenstoß mit Inters Yann Aurel Bisseck hat Arsenal-Star Florian Wirtz eine Platzwunde am Kopf davongetragen. Der blutüberströmte Nationalspieler musste daraufhin ausgewechselt werden. Bei der medizinischen Versorgung von Havertz auf dem Feld bekam auch ein Arsenal-Betreuer das Blut des verletzten Deutschen an seine Jacke.
© IMAGO/Sportimage

Kai Havertz: Champions League, 2024: Inter Mailand - FC Arsenal
Bei einem Zusammenstoß mit Inters Yann Aurel Bisseck hat Arsenal-Star Florian Wirtz eine Platzwunde am Kopf davongetragen. Der blutüberströmte Nationalspieler musste daraufhin ausgewechselt werden. Bei der medizinischen Versorgung von Havertz auf dem Feld bekam auch ein Arsenal-Betreuer das Blut des verletzten Deutschen an seine Jacke.

<strong>Seamus Coleman: WM Qualifikationsspiel Irland - Wales 2017</strong><br>Seamus Coleman wird von dem walisischen Spieler Neil Taylor böse gefoult. Taylor grätscht mit ausgestreckten Bein Richtung Coleman. Ein brutales Foul mit schlimmen Konsequenzen: Coleman erlitt einen Bruch des rechten Schien- und Wadenbeins und fiel die restliche Saison aus.
© Eibner

Seamus Coleman: WM Qualifikationsspiel Irland - Wales 2017
Seamus Coleman wird von dem walisischen Spieler Neil Taylor böse gefoult. Taylor grätscht mit ausgestreckten Bein Richtung Coleman. Ein brutales Foul mit schlimmen Konsequenzen: Coleman erlitt einen Bruch des rechten Schien- und Wadenbeins und fiel die restliche Saison aus.

<strong>Andre Gomes: Premier League 2019, Tottenham - Everton</strong>&nbsp;<br>Diese Verletzung brachte sogar den Foulenden zum Weinen: Andre Gomes von Everton wird unglücklich von Heung-Min Son gefoult und prallt mit Serge Aurier zusammen. Gomes brach sich dabei sein Sprunggelenk. Son hatte so große Schuldgefühle, dass er selbst in Tränen ausbrach.
© 2019 Getty Images

Andre Gomes: Premier League 2019, Tottenham - Everton 
Diese Verletzung brachte sogar den Foulenden zum Weinen: Andre Gomes von Everton wird unglücklich von Heung-Min Son gefoult und prallt mit Serge Aurier zusammen. Gomes brach sich dabei sein Sprunggelenk. Son hatte so große Schuldgefühle, dass er selbst in Tränen ausbrach.

<strong>Luke Shaw: Champions League 2015, Manchester United - PSV Eindhoven</strong><br>Luke Shaw erleidet einen doppelten Schienbeinbruch im rechten Bein. Als Shaw in den Strafraum stürmte, erwischte der mexikanische Verteidiger Hector Moreno sein Standbein, als Shaw versuchte, den Ball an ihm vorbeizuschieben.
© 2015 Getty Images

Luke Shaw: Champions League 2015, Manchester United - PSV Eindhoven
Luke Shaw erleidet einen doppelten Schienbeinbruch im rechten Bein. Als Shaw in den Strafraum stürmte, erwischte der mexikanische Verteidiger Hector Moreno sein Standbein, als Shaw versuchte, den Ball an ihm vorbeizuschieben.

<strong>Eduardo: Premier League 2008,</strong>&nbsp;<strong>FC Arsenal - Birmingham City</strong><br>Diese Bilder waren schockierend. Eduardo vom englischen Erstligisten FC Arsenal brach sich nach einer Grätsche von Martin Taylor (Birmingham City) das Schien- und Wadenbein. Der Spieler verbrachte daraufhin seinen 25. Geburtstag im Krankenhaus&nbsp;
© Sportimage

Eduardo: Premier League 2008, FC Arsenal - Birmingham City
Diese Bilder waren schockierend. Eduardo vom englischen Erstligisten FC Arsenal brach sich nach einer Grätsche von Martin Taylor (Birmingham City) das Schien- und Wadenbein. Der Spieler verbrachte daraufhin seinen 25. Geburtstag im Krankenhaus 

<strong>David Busst: Premier League 1996, Coventry City - Manchester United</strong><br>Beim Anblick dieser Verletzung musste sich sogar der Torwart übergeben:&nbsp; David Busst kollidierte mit Denis Irwin und Brian McClair, als diese versuchten, seinen Schuss zu blocken. Busst erlitt daraufhin einen offenen Schien- und Wadenbeinbruch und musste 22 Operationen über sich ergehen lassen. Mit nur 29 Jahren musste er daraufhin seine Karriere beenden. Die Verletzung gilt in der Fußballgeschichte als eine der schlimmsten.&nbsp;
© 2015 Getty Images

David Busst: Premier League 1996, Coventry City - Manchester United
Beim Anblick dieser Verletzung musste sich sogar der Torwart übergeben:  David Busst kollidierte mit Denis Irwin und Brian McClair, als diese versuchten, seinen Schuss zu blocken. Busst erlitt daraufhin einen offenen Schien- und Wadenbeinbruch und musste 22 Operationen über sich ergehen lassen. Mit nur 29 Jahren musste er daraufhin seine Karriere beenden. Die Verletzung gilt in der Fußballgeschichte als eine der schlimmsten. 

<strong>Aaron Ramsey: Premier League 2010, FC Arsenal - Stoke City</strong><br>Aaron Ramsey brach sich im Premier-League-Spiel gegen Stoke City das Bein. Ryan Shawcross prallte gegen das rechte Schienbein des Mittelfeldspielers und zertrümmerte ihm Schien- und Wadenbein. Nach neun Monaten Rehabilitation war Ramsey zurück auf dem Spielfeld.
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Aaron Ramsey: Premier League 2010, FC Arsenal - Stoke City
Aaron Ramsey brach sich im Premier-League-Spiel gegen Stoke City das Bein. Ryan Shawcross prallte gegen das rechte Schienbein des Mittelfeldspielers und zertrümmerte ihm Schien- und Wadenbein. Nach neun Monaten Rehabilitation war Ramsey zurück auf dem Spielfeld.

<strong>Alexander Laas: Bundesliga 2005, 1. FC Köln - Hamburger SV</strong><br>Daniel van Buyten trägt den verletzten Alexander Laas (beide HSV) aus der Gefahrenzone. Ein Trommelstock, der von einem Kölner Fan geworfen wurde, traf den HSV Spieler im Gesicht. Laas erlitt dadurch eine ein bis zwei Zentimeter lange Platzwunde.&nbsp;
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Alexander Laas: Bundesliga 2005, 1. FC Köln - Hamburger SV
Daniel van Buyten trägt den verletzten Alexander Laas (beide HSV) aus der Gefahrenzone. Ein Trommelstock, der von einem Kölner Fan geworfen wurde, traf den HSV Spieler im Gesicht. Laas erlitt dadurch eine ein bis zwei Zentimeter lange Platzwunde. 

<strong>Michael Ballack: FA-Cup-Finale 2010, Portsmouth - Chelsea</strong><br>Ein Foul, welches Kevin-Prince Boateng zum Feindbild in Fußball-Deutschland machte: Ballack erlitt durch das Foul eine schmerzhafte Blessur am rechten Sprunggelenk und musste den Platz verlassen. Noch schlimmer: Die Verletzung kostete Ballack die WM-Teilnahme 2010. Der "Capitano" spielte danach nie mehr für Deutschland.
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Michael Ballack: FA-Cup-Finale 2010, Portsmouth - Chelsea
Ein Foul, welches Kevin-Prince Boateng zum Feindbild in Fußball-Deutschland machte: Ballack erlitt durch das Foul eine schmerzhafte Blessur am rechten Sprunggelenk und musste den Platz verlassen. Noch schlimmer: Die Verletzung kostete Ballack die WM-Teilnahme 2010. Der "Capitano" spielte danach nie mehr für Deutschland.

<strong>Elkin Soto: Bundesliga 2014, 1.FSV Mainz 05 - Hamburger SV</strong><br>Diese Horror-Szene ist nichts für schwache Nerven: Elkin Soto (hinten, Mainz) im Zweikampf gegen Rafael van der Vaart (Hamburg), Soto renkt sich in dieser Szene das vollständig das Knie aus. Sein vorderes Kreuzband, das Innenband und der Meniskus reißen.
© imago/MIS

Elkin Soto: Bundesliga 2014, 1.FSV Mainz 05 - Hamburger SV
Diese Horror-Szene ist nichts für schwache Nerven: Elkin Soto (hinten, Mainz) im Zweikampf gegen Rafael van der Vaart (Hamburg), Soto renkt sich in dieser Szene das vollständig das Knie aus. Sein vorderes Kreuzband, das Innenband und der Meniskus reißen.

<strong>Oliver Kahn: Bundesliga 2000, SC Freiburg - FC Bayern München</strong><br>Der ehemalige Torwart Oliver Kahn erlitt durch einen Golfball, der aus dem Publikum geworfen wurde, eine Platzwunde am Kopf. Kahn hat in seiner rechten Hand den Golfball, von dem er am Kopf getroffen wurde.&nbsp;
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Oliver Kahn: Bundesliga 2000, SC Freiburg - FC Bayern München
Der ehemalige Torwart Oliver Kahn erlitt durch einen Golfball, der aus dem Publikum geworfen wurde, eine Platzwunde am Kopf. Kahn hat in seiner rechten Hand den Golfball, von dem er am Kopf getroffen wurde. 

ran: Und wie schätzen Sie die Lösungsansätze Ihrer Konkurrenten bei der Präsidiumswahl ein?

Timoshin: Jeder einzelne Kandidat wird die Anleihe zu einem verrückten Zinssatz von fünf bis sieben Prozent refinanzieren. Man löst dadurch nichts, sondern schiebt das Problem einfach weiter. Mir ist wichtig, dass wir das Problem mit der Anleihe lösen, um dann auch Raum und Entwicklung für den e.V. zu haben. Ich will das Herz von Hertha zurück nach Berlin holen. Das schaffen wir übrigens nur, wenn wir auch die Anteile zurückkaufen.

ran: Würden Sie auch Ihr eigenes Geld in den Verein investieren?

Timoshin: Ich würde mein ganzes Vermögen in den Verein investieren, wenn es der Hertha hilft.

ran: Ernsthaft?

Timoshin: Ja klar. Geld kann man immer wieder neu verdienen. Am Ende des Tages habe ich der Hertha wirklich viel zu verdanken. Das Problem ist nur: Aktuell würde das Geld einfach verbrannt werden. Deshalb brauchen wir erst einmal bessere Strukturen.

ran: Sie kandieren nicht nur als Präsident, sondern auch als Vizepräsident. Wie sehr würde sich der Einfluss unterscheiden, den Sie auf den Verein nehmen könnten?

Timoshin: Der Präsident hat natürlich mehr Strahlkraft nach außen. Aber das gesamte Präsidium ist die Vertretung der Gremien. Wenn die Mitglieder entscheiden, dass ich meine Fähigkeiten am besten als Vizepräsident einsetzen kann, nehme ich diese Rolle mit der ganzen Kraft an. Denn auch hier gilt: Hauptsache Hertha!

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"Berliner Weg" grundsätzlich richtig

ran: Wie stehen Sie zu dem "Berliner Weg", der von dem verstorbenen Ex-Präsidenten Kay Bernstein ausgerufenen wurde?

Timoshin: Die Grundsätze des Berliner Wegs sind absolut richtig. Also: Mehr Nähe zu den Fans, wirtschaftliche Stabilität, ein stärkerer Fokus auf die Jugend. Aber das wurde und wird nicht konsequent umgesetzt. Ein Beispiel dafür waren die Einsparungen im Jugendbereich. Das ist kein Berliner Weg und zeigt: Solange wir finanziell nicht auf gesunden und eigenen Beinen stehen, bleibt der Berliner Weg eine reine Vision. Das fände ich schade.

ran: Ein viel diskutiertes Thema ist ein eigenes Stadion für die Hertha. Wie sehen Ihre Pläne dafür aus?

Timoshin: Wir brauchen langfristig ein eigenes Stadion, da führt kein Weg dran vorbei. Schließlich resultiert daraus auch eine Einnahmequelle. Aber wir sollten mit Bedacht an die Sache rangehen und nicht kopflos in die nächste Neuverschuldung und Fremdherrschaft springen. Zunächst muss die Sanierung des Vereins oberste Priorität haben. Das Lustige ist ja, dass vor jeder Präsidentschaftswahl jeder Hauptkandidat von einem eigenen Stadion spricht. Aber sobald die Wahl vorüber ist, wird das Thema heruntergefahren.

ran: Nehmen wir einmal an, Sie werden der neue Präsident der Hertha und können Ihre Vorhaben umsetzen. Wo wird der Verein in zehn Jahren stehen?

Timoshin: Wir müssen die Anleihe zurückzahlen, die Anteile zurückkaufen – und dann wäre es mein Wunsch, dass Hertha BSC auf soliden eigenen Beinen steht, in der 1. Liga spielt und im besten Fall auch im internationalen Geschäft. Mit transparenter Mitgliederbeteiligung und einem starken NLZ als Basis für eine erfolgreiche Zukunft. Gerne würde ich auch unsere Frauen-Mannschaft in der 1.Liga sehen. Und ich wünsche mir auch andere starke Sparten – ob nun im Kegeln, Boxen, eSport, Tischtennis oder ganz neuen Bereiche.

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