Bundesliga: Ist der FC Bayern noch zu stoppen? Borussia Dortmund, Eintracht Frankfurt und Co. im Power Ranking
Aktualisiert: 07.01.2026
08:58 Uhr
Dominik Hager
Der FC Bayern dominiert nach Belieben, doch dahinter kämpfen sechs Teams um die drei verbleibenden Champions-League-Plätze. Wer kann sich in der Rückrunde unter den Top 4 behaupten? ran macht den Check.
von Dominik Hager
Die Winterpause in der Bundesliga ist fast schon wieder vorbei - und doch sind erst 15 von 34 Spieltagen absolviert. Die verbleibende Saison, die mit dem Verfolger-Duell zwischen Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund startet (Fr. ab 19:50 Uhr live in Sat.1 und im Joyn-Livestream), kann definitiv für einige Verschiebungen sorgen, wenngleich die eine oder andere Vorentscheidung gefallen zu sein scheint.
Bei neun Punkten Vorsprung liegt der Verdacht nahe, dass der FC Bayern (41 Punkte) im Rennen um die Meisterschaft wenig anbrennen lässt. Mit Dortmund (32), Leverkusen (29), Leipzig (29), Hoffenheim (27), Stuttgart (26) und Frankfurt (25) sind die "Bayern-Jäger" bzw. Verfolger allesamt nahe beisammen, ehe eine Lücke zu Union Berlin (21) klafft.
Vieles deutet darauf hin, dass es für die Verfolger primär um die Qualifikation für die Champions League geht. Es sei denn, die Bayern schwächeln in der Rückrunde gewaltig.
Doch welcher der sechs Jäger ist im Hinblick auf den weiteren Saisonverlauf eigentlich am stärksten einzuschätzen? ran macht den Check.
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6. TSG Hoffenheim (27)
Die TSG Hoffenheim hatten vermutlich die wenigsten Experten so richtig auf der Rechnung. Nach dem Fast-Abstieg im vergangenen Jahr war mit einer solchen Hinrunde nicht zu rechnen.
Die Hoffenheimer haben aber auf dem Transfermarkt gut gearbeitet und neuen Schwung in die Truppe gebracht. Dafür sorgt natürlich auch Leih-Rückkehrer Asllani, der in der Bundesliga schon sechsmal getroffen hat und von deutlich größeren Klubs umworben werden soll.
Hoffenheim tritt wieder wie ein stimmiges Konstrukt und echtes Team auf, was die eklatanten Unterschiede zur Vorsaison erklärt. Zudem dürfte Keeper Oliver Baumann mit der Nummer-eins-Rolle bei der WM vor Augen besonders angestachelt sein.
In Summe haben die Konkurrenten individuell die besseren Spieler und auch die breiteren Kader zur Verfügung. Es wäre keine Schande, wenn die TSG von Frankfurt und Stuttgart überholt wird und noch auf Rang sieben zurückfällt.
Ein besseres Ergebnis als im Vorjahr wird definitiv am Ende rauskommen. Manchmal muss man aber eben einen Schritt nach dem anderen gehen.
Der VfB Stuttgart zeigt sich nach einer eher durchwachsenen Bundesliga-Saison im Vorjahr wieder ein wenig stabiler. Gegen Ende der Hinrunde haben aber auch die Schwaben häufiger auf unnötige Art und Weise Punkte verloren. So zum Beispiel in Hamburg, als man in Überzahl ausgekontert wurde und verlor.
Der VfB spielt grundsätzlich durchaus gefällig, wofür insbesondere technisch starke Spieler wie Bilal El Khannouss und Angelo Stiller verantwortlich sind. Auch Deniz Undav befindet sich in guter Form, was angesichts der Verletzung von Ermedin Demirovic enorm wichtig war.
Grundsätzlich bleibt das Spiel der Schwaben aber oft ein wenig zu ineffizient und defensiv anfällig. Auf diese Weise gehen auf Dortmund und Co. Punkte verloren, die sich nicht mehr so leicht aufholen lassen. Für den VfB wäre es zudem hilfreich, wenn im Winter noch ein richtiger Woltemade-Ersatz kommen würde.
Sollten die Verantwortlichen hier eine gute Lösung finden, ist einiges möglich, ansonsten wird es schwierig gegen die noch etwas besser besetzte Konkurrenz. Bundesliga, Europa League und DFB-Pokal - Stuttgart tanzt aktuell auf drei Hochzeiten, was mit Blick auf die Konkurrenz vielleicht ein kleiner Nachteil ist.
Wie soll man aus der Eintracht schlau werden? Mehr Ups & Downs kann ein Klub eigentlich kaum haben. Phasenweise fabrizierte Frankfurt offensive Gala-Auftritte, auf der anderen Seite sorgte eine regelrechte Gegentor-Flut für miese Ergebnisse.
Gegen Ende der Hinrunde hatte die SGE dann plötzlich eher offensiv ihre Sorgen, ehe beim 0:6 gegen Leipzig alle Probleme zeitgleich aufflammten.
Frankfurt hat ein enormes Potenzial im Kader, jedoch ist das Gerüst wacklig. In der Hinrunde haben die Verletzungen von Can Uzun und Hugo Larsson dafür gesorgt, dass der Klub den Rhythmus verloren hat. Dann kam auch noch die Verletzung von Jonathan Burkardt hinzu. Vielleicht ist zumindest ja das Pech langsam aufgebraucht.
Was die Hessen aber zwingend brauchen, ist eine Verstärkung im Sturm, weil es hier in Abwesenheit von Burkardt schlichtweg keinen verlässlichen und gewinnbringenden Spieler gibt. Zudem wäre im zentralen Mittelfeld Bedarf, wo es schnell mal eng wird, wenn Larsson und Skhiri ausfallen oder nicht in Form sind.
Markus Krösche ist also gefordert, im Idealfall zwei hochkarätige Neuzugänge zu präsentieren. Gelingt das, ist Frankfurt stärker einzuschätzen als Stuttgart und Hoffenheim und könnte von Platz sieben vor auf Rang fünf springen.
Leipzig, Leverkusen und Dortmund wirken allesamt gefestigter, weshalb eine CL-Qualifkation eher überraschend wäre.
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3. RB Leipzig (29)
Hinter Leipzig stand zu Saisonbeginn ein großes Fragezeichen, weil Stars wie Xavi Simons und Benjamin Sesko den Verein verlassen haben. Die Leipziger haben aber einige Talente gekauft, wovon das eine oder andere schon positiv auf sich aufmerksam machen konnte.
Insbesondere gilt das natürlich für Yan Diamonde, der zu den absoluten Shootingstars der Liga gehört. Der Ivorer verweilt allerdings beim Afrika-Cup und hat noch kein ganzes Jahr mit einem solchen Pensum absolviert. Es wäre nur normal, wenn der Youngster irgendwann müde wird.
Auf der anderen Seite könnten andere Spieler aber wieder in die Bresche Springen. So zum Beispiel Assen Ouédraogo oder Antonio Nusa, die gewaltiges Potenzial haben, nach ihren Verletzungen aber noch ein wenig Zeit benötigen.
Leipzig kann sich auf einen guten Mix aus jungen und erfahrenen Spielern verlassen und steht nicht umsonst in den Top 4. Es ist zu erwarten, dass das auch so bleibt, nachdem man sich die eigentlich richtig gute Hinrunde mit zwei Niederlagen an den letzten beiden Spieltagen noch ein wenig vermasselt hatte.
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Müller, Kroos, Neuer und Co.: Die erfolgreichsten deutschen Titeljäger in der Geschichte
Die erfolgreichsten deutschen Spieler in der Geschichte Deutsche Spieler zählen seit jeher zu den eifrigsten Titelsammlern im internationalen Fußball. Doch welche Stars aus dem Land des viermaligen Weltmeisters haben tatsächlich die meisten Erfolge vorzuweisen? Wir präsentieren das Ranking der neun erfolgreichsten deutschen Titeljäger. Wenig überraschend stammt der Großteil der gewonnenen Trophäen aus Zeiten im Trikot des FC Bayern.
1. Thomas Müller (36) mit 35 Titeln Gewonnene Titel: 1x Weltmeister (2014); 2x Champions-League-Sieger (2013, 2020); 13x Deutscher Meister (2010, 2013, 2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019, 2020, 2021, 2022, 2023, 2025); 6x Deutscher Pokalsieger (2010, 2013, 2014, 2016, 2019, 2020); 2x UEFA-Supercup-Sieger (2013, 2020); 2x FIFA-Klub-Weltmeister (2014, 2021); 8x Deutscher Superpokalsieger (2010, 2012, 2016, 2017, 2018, 2020, 2021, 2022); 1x Kanadischer Pokalsieger (2025) Position: Hängende Spitze Vereine: FC Bayern München, Vancouver Whitecaps FC
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2. Bayer 04 Leverkusen (29)
Bedenkt man, dass Leverkusen im Sommer (gezwungenermaßen) fast die gesamte Mannschaft ausgetauscht hat und mit Erik ten Hag das vielleicht größte Trainer-Missverständnis der Vereinsgeschichte installiert hatte, ist es fast ein Wunder, dass Leverkusen auf Platz drei ist.
Vieles deutet auch darauf hin, dass die Werkself die Position halten kann. Kasper Hjulmand macht einen hervorragenden Job, und insgesamt überwiegen die positiven Momente die negativen Tage.
So wirklich konstant ist das Team noch nicht, weshalb auf der einen Seite Siege gegen Dortmund (Pokal) und Manchester City (Champions League) stehen und auf der anderen Seite die drauf folgende Niederlage gegen Augsburg.
All das muss man dem jungen Team, das sich erstmal finden muss, aber auch zugestehen. Enorm wichtig ist die Tatsache, dass erfahrene Schlüsselspieler wie Patrik Schick oder Alejandro Grimaldo performen und so auch ein wenig den Druck von den vielen Talenten nehmen, die sich im Schatten entwickeln können.
Es gibt wenige Anhaltspunkte, warum Leverkusen in der Rückrunde schwächer spielen sollte als in der Hinrunde. Vielmehr darf man die Hoffnung haben, dass auch Neuzugänge wie Ben Seghir oder Christian Kofane noch einen Sprung machen.
Nicht optimal: Mit Maza, Ben Seghir, Edmond Tapsoba und Kofane verweilen gleich vier Spieler beim Afrika-Cup. Dem einen oder anderen kann das aber vielleicht auch einen Push geben.
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FC Bayern München Der Rekordmeister muss alleinig auf Nicolas Jackson verzichten, der für den Senegal an den Start geht. Bisher ist die Chelsea-Leihgabe hauptsächlich Ergänzungsspieler und dürfte damit zu ersetzen sein - sollte Stürmer-Star Harry Kane fit bleiben.
Borussia Dortmund Für die Dortmunder hätte es deutlich schlimmer kommen können: einzig Ramy Bensebaini tritt für die algerische Nationalmannschaft an, Top-Torjäger Serhou Guirassy dagegen hat mit Guinea die Qualifikation zum Afrika-Cup verpasst.
Bayer 04 Leverkusen Kein Bundesligist hat mehr Afrika-Cup-Nominierungen als Bayer Leverkusen: Edmond Tapsoba (Burkina Faso), Eliesse Ben Seghir (Marokko), Ibrahim Maza (Algerien), Nathan Tella (Nigeria) und der für Kamerun nominierte Christian Kofane könnten bis zu vier Spiele am Stück fehlen - und zusätzlich sogar im entscheidenden Champions League-Ligaphasenspiel.
Eintracht Frankfurt Trainer Dino Toppmöller muss im Mittelfeld umdenken: Ellyes Skhiri tritt für Tunesien an, Fares Chaibi für Algerien. Beide sind aktuell meist in der Startformation zu finden, vor allem Chaibi wird der Eintracht mit seinen bisher sechs Assists als Aktivposten in der Offensive fehlen.
RB Leipzig Vor allem eine Afrika-Cup-Abstellung dürfte den Sachsen wehtun: Neuzugang Yan Diomande erwies sich als absolutes Juwel mit bisher sechs Torbeteiligungen. Der 19-Jährige ist für die Elfenbeinküste im Einsatz. Amadou Haidara (Mali) spielt dagegen aktuell keine große Rolle in Leipzig.
VfB Stuttgart Drei Spieler mit unterschiedlichem Standing werden dem VfB rund um Weihnachten fehlen: Bilal El Khannous, aktuell wichtiger Stammspieler, versucht mit Marokko den Afrika-Cup im eigenen Land zu gewinnen. Badredine Bouanani (Algerien) kostete zwar vor der Saison 15 Millionen Euro Ablöse, wurde bisher aber nur in circa einem Drittel der möglichen Spielzeit eingesetzt. Silas (DR Kongo) war bislang in dieser Saison überhaupt nur ein Mal im Kader.
VfL Wolfsburg Die kriselnden Wolfsburger haben zwar nur eine Afrika-Cup-Abstellung, die ist allerdings besonders schmerzhaft: Mit vier Toren ist Stürmer Mohamed Amoura Top-Torjäger der "Wölfe", im Dezember und potentiell Januar wird er mit Algerien am Turnier teilnehmen.
Werder Bremen Aufgrund von Verletzungen war Victor Boniface zuletzt nicht im Kader von Nigeria, beim Afrika-Cup könnte er aber dennoch dabei sein. Bisher hat die Leverkusen-Leihgabe hauptsächlich Kurzeinsätze absolviert, daher sollte der Ausfall verschmerzbar sein. Vor zwei Jahren verletzte sich der Stürmer in der Cup-Vorbereitung und verpasste fast die gesamte Rückrunde. Der ebenfalls derzeit verletzte Felix Agu steht ebenfalls im vorläufigen Kader von Nigeria.
TSG Hoffenheim Bisher hat er nur ein Länderspiel für die Elfenbeinküste absolviert, doch aufgrund seiner starken Leistungen bei Hoffenheim müssen die Kraichgauer aller Voraussicht nach auf Flügelflitzer Bazoumana Toure verzichten. Der 19-Jährige stand bis jetzt in jedem Bundesliga-Spiel in der Startelf und sorgte dabei für sechs Scorerpunkte.
SC Freiburg Das Freiburger Talent Cyriaque Irie könnte für Burkina Faso an den Start gehen. Bisher stand der 8,5 Millionen Euro teure Neuzugang aber nur am 1. Spieltag auf dem Platz - danach bremste ihn eine Malaria-Infektion aus. Noch ist es also unsicher, ob er mit zum Afrika-Cup fahren wird.
FC Augsburg Die Saison der Fuggerstädter lahmt bis jetzt vor allem in der Offensive - nur zwei Tore konnten die fünf nominellen Stürmer bis jetzt erzielen. Gleich drei von ihnen werden dann auch noch wegen des Afrika-Cups fehlen: Samuel Essende (DR Kongo) sowie Elias Saad und Ismael Gharbi (beide Tunesien). Die eigentlichen Mittelfeldspieler Alexis Claude-Maurice und Mert Kömür müssen daher vermutlich noch öfter in der Sturmspitze aushelfen.
Hamburger SV Bei Innenverteidiger Warmed Omari wird es eng: Nach einem Außenbandriss wird er bis Weihnachten ausfallen. Ob er dennoch mit zum Afrika-Cup fährt, ist noch nicht sicher. Der erste Bundesliga-Spieler von den Komoren wäre aber mit Sicherheit einer der wichtigsten Akteure für der Nationalmannschaft der Inselgruppe, war er doch auch beim HSV bis zu seiner Verletzung gesetzt. Denkbar wäre, dass er mitreist und im Laufe des Turniers einsteigt.
FC St. Pauli Nur zehn Tore erzielten die Hamburger bis jetzt in der Bundesliga, vier davon kamen von Andreas Hountondji. Der Stürmer wird beim Afrika-Cup für Benin antreten und daher mindestens vor, vielleicht auch nach Weihnachten ein schmerzhafter Ausfall sein.
Keine Abstellung beim Afrika-Cup: Union Berlin, FSV Mainz 05, 1. FC Köln, 1. FC Heidenheim, Borussia Mönchengladbach
1. Borussia Dortmund (32)
Zumindest in der Tabelle der Bayern-Jäger und CL-Aspiranten ist Borussia Dortmund die Nummer eins. Zwar hat der BVB in der Hinrunde teilweise sinnlos Punkte in letzter Minute verschleudert, war in Summe aber doch konstanter als die direkten Konkurrenten.
Dortmund spielt nicht immer sehenswert und entfacht keine sonderlich große Offensiv-Power, steht aber defensiv ziemlich solide und ist nur schwer zu bezwingen. Dies gelang in der laufenden Saison tatsächlich nur Bayern (Bundesliga), Leverkusen (Pokal) und Manchester City (Champions League).
Dies ist gewiss auch ein Verdienst von Niko Kovac, der auf Arbeitsmoral und Disziplin viel Wert legt und der Mannschaft Ernsthaftigkeit beigebracht hat. Nur zu Karim Adeyemi und Serhou Guirassy scheint das nicht so ganz durchgedrungen zu sein.
Der BVB muss mögliche Störfaktoren in den Griff bekommen und sich auf die sportliche Performance konzentrieren. Dann dürfte die Vize-Meisterschaft machbar sein. Den FC Bayern noch einzuholen, dürfte aber kaum möglich sein. Dafür sind die Münchner zu stark und der BVB ist gerade offensiv mit zu vielen Problemen behaftet.