American Football
NFL: Chicago Bears stehen trotz Playoff-Niederlage vor einer strahlenden Zukunft - ein Kommentar
- Veröffentlicht: 19.01.2026
- 20:55 Uhr
- Chris Lugert
Die Chicago Bears verpassen hauchzart den Einzug ins NFC Championship Game. Doch mit Blick auf die kommenden Jahre ist bei den Fans der Bears jede Menge Zuversicht angebracht. Ein Kommentar.
Von Chris Lugert
Nach der bitteren Playoff-Niederlage seiner Chicago Bears gegen die Los Angeles Rams richtete Quarterback Caleb Williams den Blick zügig in die Zukunft.
"Das ist eine gute Lektion für uns; für mich und für uns als Team ist es das erste Mal, dass wir in dieser Situation sind. Ich bin gespannt auf das, was noch kommen wird", sagte er nach dem 17:20 nach Verlängerung in der Divisional Round.
Nun gilt es im Sport und ganz besonders in der NFL, Gelegenheiten, wenn sie sich ergeben, möglichts beim Schopf zu packen. Denn eine Garantie, schon bald wieder in einer ähnlichen Position zu sein, gibt es nicht.
Allerdings erlaubt ein Blick auf den Zustand einer Franchise - auf die Kaderstruktur, auf den Trainerstab, auf die Qualität der Spieler - eine Prognose. Und was das angeht, steuern die Bears womöglich goldenen Zeiten entgegen.
Die Bears waren ohne Zweifel eine der positiven Überraschungen dieser NFL-Saison. Denn nach der vergangenen Spielzeit gab es nur wenig Anlass für Optimismus. Quarterback Williams kam gerade aus einer mehr als wechselhaften Rookie-Saison, der Head-Coach-Posten war unbesetzt, überall gab es Fragezeichen.
Chicago Bears: Ben Johnson wird zum Glücksgriff
Dann aber kam Ben Johnson. Bei den Detroit Lions machte er sich einen Namen als einer der besten offensiven Playcaller der Liga, als Cheftrainer war er jedoch gänzlich unerfahren. Nach einem Jahr lässt sich festhalten: Hier ist den Bears um General Manager Ryan Poles ein Glücksgriff gelungen.
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Johnson etablierte eine neue Siegermentalität im Team, die zu einem Comeback-Erfolg nach dem anderen führte. Aussichtlose Rückstände im letzten Viertel? Für die Bears unter Johnson nur eine zusätzliche Motivation.
Auch für Williams selbst hätte es wohl keinen besseren Head Coach geben können. In seinem zweiten Jahr und dem ersten mit Johnson machte der Quarterback einen deutlichen Schritt nach vorne. Zwar prägen immer noch Accuracy-Probleme sein Spiel, doch die Tendenz ist absolut positiv.
Safety Kevin Byard attestierte den Bears ein "verdammt gutes Jahr", man habe "keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen". Denn die Entwicklung ist noch lange nicht zu Ende. 2025 soll nur der Anfang der Reise gewesen sein, auch Johnson dürfte als Head Coach nur noch besser werden.
Chicago Bears mit gesunder Altersstruktur
Dabei hilft: Der Kader der Bears ist auf den Schlüsselpositionen extrem jung und damit auch (noch) günstig.
Williams geht in sein drittes NFL-Jahr, ebenso wie Wide Receiver Rome Odunze. Dessen Positionskollege Luther Burden, Tight End Colston Loveland und Running Back Kyle Monangai kommen sogar erst aus ihrem Rookiejahr. Auch Right Tackle Darnell Wright spielt 2026 immer noch unter seinem Rookievertrag.
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Ähnlich vielversprechend sieht es in der Defense aus, das Cornerback-Duo Jaylon Johnson und Kyler Gordon ist jeweils 26 Jahre alt und kommt aus einer Saison mit einigen Verletzungen. Topfit dürften sie noch eine wesentlich wichtigere Rolle spielen und der gesamten Defense helfen.
Die beiden Star-Playmaker und Topverdiener des Teams wiederum, Wide Receiver D.J. Moore und Pass Rusher Montez Sweat, werden zu Saisonbeginn 29 bzw. 30 Jahre alt sein. Beide befinden sich in ihrer Prime und sollen das Team anführen. Es ist eine gesunde Mischung aus Erfahrung und Jugend, auf die die Bears zurückgreifen können.
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Fragezeichen in der Defense bleiben
Allerdings heißt das nicht, dass sich Poles und Johnson ausruhen können. Guard Joe Thuney ist 33 Jahre alt und muss vermutlich mittelfristig ersetzt oder zumindest mit einem gleichwertigen Backup unterstützt werden. In der Defense laufen die Verträge unter anderem von Byard, Safety Jaquan Brisker und Cornerback Nahshon Wright aus.
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Alle drei waren in dieser Saison Säulen einer Defense, die - trotz vieler gesammelter Turnover - durchaus die Schwäche des Teams war. Ersatz zu finden, wird für die Bears gerade finanziell kein einfaches Unterfangen. Chicago hat nur wenig Cap Space zur Verfügung. Der Draft dürfte deshalb sehr defensivlastig werden und muss auch sitzen.
Und dennoch: Die Vorzeichen in Windy City sind exzellent, um in der Saison 2026 - exakt 20 Jahre nach der bislang letzten Super-Bowl-Teilnahme - nach den Sternen greifen zu können.
"Ich bin begeistert von dem Fortschritt. Ich bin begeistert davon, dass ich zurückkommen und mir das ansehen kann", sagte Williams. "Ich bin begeistert davon, dass ich zurückkommen kann und nächstes Jahr noch mehr lernen kann als dieses Jahr, dass ich weiter wachsen kann und dass wir als Team und als Organisation weiter wachsen können."
Der Blick in die Zukunft war in Chicago lange nicht mehr so positiv.