Der deutsche Verbandsboss Robert Huber (l.) oder IFAF-Präsident Richard McLe... - Bildquelle: imago sportfotodienstDer deutsche Verbandsboss Robert Huber (l.) oder IFAF-Präsident Richard McLean - wer von ihnen sagt nicht die Wahrheit? © imago sportfotodienst

München – Im bizarren Machtkampf im Football-Weltverband widerspricht der umstrittene IFAF-Präsident Richard McLean dem deutschen Verbandsboss Robert Huber.

Kurz zusammengefasst: Seit 2016 erheben die beiden Gruppierungen "IFAF New York" und "IFAF Paris" den Anspruch, der Weltverband des American Football zu sein. Der Streit landete Ende 2017 vor dem CAS und endete angeblich mit einer Entscheidung pro "New York".

Das Problem an der Sache: Der deutsche und der italienische Football-Verband sehen weiterhin "Paris" als Weltverband an und wollen von einer CAS-Entscheidung nichts wissen. Die für Sommer geplante Europameisterschaft in Deutschland ist abgesagt, stattdessen veranstaltet Finnland ein Turnier ohne Titelverteidiger Deutschland und die qualifizierten Italiener.

Esume: "Da ist einfach was im Argen"

Huber hatte am Mittwoch gegenüber ran.de erklärt, dass "niemandem" ein Urteil des Court of Arbitration (CAS) über den "rechtmäßigen Präsidenten der IFAF" vorliege.

Auf Nachfrage von ran.de stellte McLean klar: "Die vollständige Entscheidung (des CAS, Anm. d. Red.) wurde allen Mitgliedern des Weltverbandes geschickt, einschließlich dem AFVD." Der CAS habe sich laut McLean für diesen informellen Schritt entschieden, um weiteren Schaden vom Weltverband fernzuhalten.

Unterstützung erhält McLean dabei unter anderem von #ranNFL-Experte und Chef-Trainer der französischen Nationalmannschaft Patrick Esume: "Ein Gericht hat entschieden, dass der offizielle Verband seinen Sitz in New York hat. Und wenn eine sehr, sehr große Mehrheit der Länder sich für einen Weltverband aussprechen und ihn anerkennen und Deutschland - mit Italien als einzigen Verbündeten - das anders sieht, dann ist da einfach was im Argen."

McLean: Deutschland in einer "Rebellengruppe"

McLean geht bei der Darstellung nch einen Schritt weiter und bezeichnet seine Gegner um den deutschen und italienischen Verband als "Rebellengruppe" (Originalzitat: "rogue group"). 

Esume hat eine einfache Erklärung, warum sich Frankreich anders als seine Nachbarn pro "New York" positioniert: "Der französische Verband hat sich für den Sport entschieden und New York als Hauptsitz anerkannt. Und das ist auch gut so. Denn das wichtigste sind immer die Spieler und das muss man erkennen." 

Während der deutsche Verbandsboss nichts von einer offiziellen Europameisterschaft in Finnland wissen möchte ("Es ist in Deutschland keiner offiziellen Stelle bekannt, dass es eine American-Football-EM in Finnland gibt. Es gibt keine Mitteilung von irgendeinem internationalem Verband"), ist für den französischen Nationaltrainer klar: "Natürlich ist das eine offizielle EM. Diese Frage stellt sich mir nicht. Mit Österreich ist ein Topteam dabei. Leider fehlt der Europameister mit Deutschland, was sehr schade ist. Aber das war ja die Entscheidung des deutschen Verbandes."

Warten auf CAS-Bestätigung

Laut dem umstrittenen Präsidenten des "IFAF New York", McLean, wird das offizielle Urteil, das ihn und Esume bestätigen würde, auch bald vom Internationalen Sportgerichtshof veröffentlicht: "Gegenwärtig hat unser Anwalt uns gebeten, das Urteil nicht zu veröffentlichen, bis das CAS es getan hat." Wann der Sportgerichtshof das Papier veröffentlicht, konnte der IFAF-Präsident nicht sagen: "Ich checke selbst jeden Tag ihre Website." 

Eine offizielle Anfrage von ran.de an das CAS wurde bislang nicht beantwortet.

Julian Reusch

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